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Maler & Lackierer

Bodenleger

Bodenleger bereiten Untergründe vor und verlegen textile, elastische und hölzerne Bodenbeläge in Wohnungen, Büros und öffentlichen Gebäuden.

22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Bodenleger verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.700 € 46.800 €

Die Tarifbindung ist in diesem Gewerk gering, und der Anteil an Kleinbetrieben und Subunternehmern ist hoch; beides drückt die untere Grenze. Verbreitet ist die Vergütung nach verlegter Fläche, was routinierte Verleger deutlich besser stellt, bei aufwendigen Untergründen aber gegen sie arbeitet. Objekt- und Spezialbeläge in Klinik, Labor und Industrie werden besser bezahlt als Wohnungsarbeit. Regionale Abstände und Betriebsgröße wirken stärker als in tarifgebundenen Bauberufen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bodenleger?

Er bringt die Fläche in Ordnung, auf der später gegangen wird. Das beginnt mit der Prüfung des Untergrunds, geht über Feuchtemessung, Grundierung, Spachtelung und das Ausgleichen von Unebenheiten und endet mit dem Belag: Teppich, Linoleum, Vinyl, Kautschuk, Kork, Laminat, Fertigparkett oder Designbeläge in Bahnen und Planken. Dazu kommen Sockelleisten, Übergangsprofile, Treppenbeläge, verschweißte Nähte in Feuchträumen und leitfähige Böden in Operationssälen und Rechenzentren. Ein großer Teil der Arbeit ist Sanierung im bewohnten oder genutzten Bestand, oft in Etappen, oft abends und am Wochenende, weil der Raum während der Arbeit nicht nutzbar ist. Die Untergrundvorbereitung entscheidet über das Ergebnis; sichtbare Mängel eines Belags stammen fast immer aus der Schicht darunter.

Wie wird man Bodenleger?

Über eine dreijährige duale Ausbildung zum Bodenleger. Rechtlich ist die Einordnung ungewöhnlich: Der Bodenleger steht in der Anlage B Abschnitt 2 der Handwerksordnung und ist damit ein handwerksähnliches Gewerbe. Für den selbständigen Betrieb braucht es deshalb keinen Meisterbrief, sondern nur die Anzeige bei der Handwerkskammer nach § 18 der Handwerksordnung. Das unterscheidet das Gewerk vom Parkettleger, der seit der Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2020 wieder in der Anlage A steht und damit zulassungspflichtig ist. Praktisch bedeutet das eine niedrige Hürde für die Selbständigkeit und einen entsprechend großen Anteil an Kleinstbetrieben und Subunternehmern. Fortbildungen führen zum Parkettlegermeister oder zum geprüften Fachmann für Estrich und Bodenbelagstechnik.

Was der Beruf verlangt

Knien und Bücken, den ganzen Tag. Das Gewerk gehört zu den kniebelastendsten überhaupt, und die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt sowohl die Gonarthrose durch Tätigkeit im Knien mit definierter Mindesteinwirkungsdauer als auch Meniskusschäden und chronische Erkrankungen der Schleimbeutel durch ständigen Druck. Knieschutz, Rollhocker und der Wechsel der Haltung sind keine Bequemlichkeit, sondern die Voraussetzung dafür, den Beruf bis zur Rente auszuüben. Dazu kommen Kleb- und Spachtelstoffe: Hauterkrankungen und obstruktive Atemwegserkrankungen durch chemisch-irritative Stoffe stehen ebenfalls in der Anlage 1, weshalb emissionsarme Produkte, Lüftung und Handschutz zum Standard gehören. Im Bestand ist der Umgang mit alten teer- und asbesthaltigen Klebern ein Fall für die Gefahrstoffverordnung und erfordert geschultes Personal.

Aussichten

Böden werden häufiger erneuert als Häuser gebaut, und deshalb ist das Gewerk weniger konjunkturabhängig als der Rohbau. Büroumbauten, Mieterwechsel, Pflegeheime, Schulen und Kliniken sorgen für stetige Nachfrage, und der Objektbereich verlangt Fachkenntnis zu Brandverhalten, Rutschhemmung und Leitfähigkeit, die nicht jeder mitbringt. Die niedrige Zugangshürde hat allerdings Schattenseiten: Preisdruck durch Subunternehmerketten ist im Bodenlegergewerbe ausgeprägter als in zulassungspflichtigen Gewerken. Wer sich vom Preiskampf lösen will, spezialisiert sich auf Objektbeläge, Parkett, Sanierung von Altklebstoffen oder auf die Untergrundsanierung, für die es eigene Nachweise gibt.

Aufgaben

  • Untergründe prüfen, Feuchte messen und bewerten
  • Grundieren, spachteln und Unebenheiten ausgleichen
  • Textile, elastische und hölzerne Beläge verlegen
  • Nähte verschweißen und Feuchträume dicht ausbilden
  • Sockelleisten, Profile und Treppenbeläge anarbeiten
  • Leitfähige und rutschhemmende Systembeläge einbauen
  • Alte Beläge und Klebstoffreste fachgerecht entfernen
  • Aufmaß erstellen und Material kalkulieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Bodenleger oder verwandte Qualifikation
  • Kenntnisse der Untergrundprüfung und Feuchtemessung
  • Belastbarkeit für dauerhaft knieende Arbeit
  • Sauberkeit und Rücksicht beim Arbeiten im bewohnten Bestand
  • Sorgfalt bei Naht-, Kanten- und Anschlussbildern
  • Führerschein für Transport von Material und Rollenware

Wo man arbeitet

  • Bodenlegerbetriebe und Raumausstatterfirmen
  • Objekt- und Innenausbauunternehmen
  • Fachmärkte und Handelsbetriebe mit Verlegeservice
  • Gebäudeunterhalt von Wohnungs- und Klinikträgern

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung zum Bodenleger dauert drei Jahre. Der Bodenleger steht in der Anlage B Abschnitt 2 der Handwerksordnung und ist ein handwerksähnliches Gewerbe; für den eigenen Betrieb genügt die Anzeige bei der Handwerkskammer nach § 18 der Handwerksordnung, ein Meisterbrief ist nicht vorgeschrieben. Wer Parkett als Hauptgewerk führen will, braucht dagegen den Meisterbrief, weil der Parkettleger seit dem Jahr 2020 wieder zulassungspflichtig ist.

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23
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