Fliesenleger
Fliesenleger bekleiden Böden und Wände mit Fliesen, Platten und Mosaik und verantworten dabei den Untergrund und die Abdichtung im Nassbereich.
23 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fliesenleger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 4.000 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 5.100 € | 50.400 € |
Das Gewerk gehört zum Ausbaugewerbe, in dem die Tarifbindung niedriger ist als im Bauhauptgewerbe; entsprechend groß sind die Unterschiede zwischen Betrieben. Häufig wird zusätzlich nach Leistung vergütet, teils über Akkord oder Quadratmeterprämien, was den Monatsbetrag je nach Auftrag stark bewegt. Zwischen Süddeutschland und strukturschwachen Regionen liegen deutliche Abstände. Wer Abdichtung und Großformate sicher beherrscht, verhandelt spürbar besser als der Durchschnitt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fliesenleger?
Er baut die Oberfläche, die man später sieht, und die Schicht darunter, von der niemand spricht, solange sie hält. Zur Arbeit gehören Untergrundprüfung, Grundierung, Spachtelung, Entkopplung, Verbundabdichtung im Bad und in gewerblichen Nassräumen, dann das Verlegen selbst: Feinsteinzeug, Keramik, Naturstein, Großformate, Mosaik, Sockel, Treppen, Dehnfugen und der Anschluss an Türen, Duschrinnen und Rohrdurchführungen. Großformatige Platten haben das Gewerk technisch verändert; sie verlangen Nivelliersysteme, ebene Untergründe und häufig zwei Personen je Platte. Ein wachsendes Feld ist die barrierefreie Dusche, weil dort Gefälle, Abdichtung und Fliesenbild gleichzeitig stimmen müssen. Gearbeitet wird in Neubau und Sanierung, oft im bewohnten Bestand, wo Staubschutz, Termintreue und der Umgang mit Bewohnern zum Beruf gehören.
Wie wird man Fliesenleger?
Über eine dreijährige duale Ausbildung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk. Die Zulassung ist hier ein eigenes Kapitel: Das Gewerk war von der Handwerksnovelle des Jahres 2004 bis 2020 zulassungsfrei und steht seit der Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2020 wieder in der Anlage A, gemeinsam mit dem Estrichleger und dem Parkettleger. Für einen eigenen Betrieb ist damit erneut der Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nötig; Betriebe, die vorher zulassungsfrei eingetragen waren, genießen Bestandsschutz. Nach § 7b der Handwerksordnung ist die Ausübungsberechtigung auch über sechs Jahre Gesellentätigkeit mit vier Jahren in leitender Stellung erreichbar. Fortbildungen betreffen Abdichtungstechnik, Naturstein und Großformate.
Was der Beruf verlangt
Die Knie. Kein anderes Gewerk wird so eindeutig mit einer Berufskrankheit verbunden: Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt die Gonarthrose durch Tätigkeit im Knien mit einer definierten Mindesteinwirkungsdauer über das Arbeitsleben, und der Meniskusschaden nach kniebelastenden Tätigkeiten steht ebenfalls dort. Wer den Beruf lange machen will, arbeitet mit Knieschutz, Sitzhilfen und wechselnden Haltungen, und nicht erst, wenn es weh tut. Dazu kommen quarzhaltiger Staub beim Schneiden und Schleifen, der abgesaugt gehört, Zementmörtel als Hautbelastung und das Tragen von Platten, die einzeln überraschend schwer sind. Anders als der Rohbau ist das Gewerk weitgehend witterungsunabhängig, weil es im geschlossenen Gebäude arbeitet; das Saison-Kurzarbeitergeld spielt eine geringere Rolle, dafür hängt die Auftragslage direkt daran, ob der Rohbau vor einem fertig geworden ist. Verzögerungen anderer Gewerke sind das tägliche wirtschaftliche Risiko.
Aussichten
Bad und Boden werden auch in Jahren gebaut, in denen kein Neubau entsteht, und die Sanierung im Bestand trägt das Gewerk durch schwache Neubauphasen. Gesucht werden vor allem Fachkräfte für Abdichtung und Großformate, weil dort die teuren Schäden entstehen. Die Wiedereinführung der Meisterpflicht hat die Zahl der Kleinstbetriebe verringert und die Ausbildungszahlen stabilisiert. Wer sich selbständig machen will, braucht seither wieder den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung; wer angestellt bleibt, findet Wege über Vorarbeiter, Bauleitung im Ausbau, Sachverständigentätigkeit für Fliesen- und Abdichtungsschäden oder den technischen Außendienst der Hersteller.
Aufgaben
- Untergründe prüfen, grundieren und spachteln
- Verbundabdichtungen in Bädern und Nassräumen ausführen
- Fliesen, Platten und Mosaik an Wand und Boden verlegen
- Großformate mit Nivelliersystemen versetzen
- Bodengleiche Duschen mit Gefälle und Rinne herstellen
- Sockel, Treppen, Dehn- und Anschlussfugen ausbilden
- Naturstein zuschneiden und oberflächenschonend verarbeiten
- Aufmaß erstellen und Leistungen abrechnen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk
- Kenntnisse der Abdichtungsnormen im Nassbereich
- Genauigkeit bei Fluchten, Fugenbild und Anschlüssen
- Belastbarkeit für knieende Arbeit und Tragen schwerer Platten
- Sauberes Arbeiten im bewohnten Bestand
- Führerschein für den Weg zu wechselnden Baustellen
Wo man arbeitet
- Fliesenlegerbetriebe und Ausbauunternehmen
- Sanierungsbetriebe für Bad und Wohnraum
- Bauunternehmen mit eigenem Ausbaubereich
- Objektbau für Hotel, Klinik und Handel
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk dauert drei Jahre. Seit der Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2020 steht das Gewerk wieder in der Anlage A und ist damit zulassungspflichtig; für einen eigenen Betrieb sind der Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nötig. Weiterbildungen zielen auf Abdichtungstechnik, Naturstein, Großformate und Schadensbeurteilung. Der Weg über Vorarbeiter und Bauleitung im Ausbau steht Gesellen auch ohne Meisterbrief offen.
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