Maurer
Maurer errichten Wände, Decken, Fundamente und Schornsteine aus Stein und Beton und liefern damit den Rohbau, auf dem jedes weitere Gewerk aufsetzt.
47 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Maurer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.100 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.400 € | 54.000 € |
Im Bauhauptgewerbe gilt ein allgemeinverbindlicher Mindestlohn, und die Tarifbindung ist höher als im übrigen Handwerk; das hebt die untere Grenze spürbar an. Darüber entscheiden Betriebsgröße, Region und vor allem die Zulagen: Erschwerniszuschläge, Fahrtkosten, Verpflegungszuschuss und Auslöse bei auswärtiger Montage machen einen erheblichen Teil des Monatsbetrags aus und fallen unterschiedlich an. Im Winter drückt der saisonbedingte Arbeitsausfall das Jahresmittel. Die Werte hier beziehen sich auf Vollzeit ohne Überstunden.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Maurer?
Er stellt den tragenden Teil eines Gebäudes her. Das beginnt bei der Gründung, führt über Kelleraußenwände und deren Abdichtung zum aufgehenden Mauerwerk aus Kalksandstein, Porenbeton, Ziegel oder Schalungssteinen und endet bei Decken, Stürzen und Treppenläufen aus Ortbeton oder Fertigteilen. Schalen, Bewehrung verlegen, Beton einbringen und verdichten gehören ebenso dazu wie das Setzen von Aussparungen für die Gewerke, die nach dem Rohbau kommen. Ein großer Teil der Arbeit ist heute Bestandsarbeit: Durchbrüche in bestehende Wände, Unterfangungen, Austausch schadhafter Bauteile, Instandsetzung von Sichtmauerwerk, Kellerabdichtung von außen. Gearbeitet wird in der Kolonne, nach Plan und nach Aufmaß, mit Kran, Mörtelsilo, Kernbohrgerät und Steinsäge. Der Arbeitsplatz wechselt mit jedem Auftrag, und mit ihm der Anfahrtsweg; bei entfernten Baustellen kommen Fahrzeiten, Auslöse und Übernachtungen hinzu, die den Alltag ebenso prägen wie die Arbeit selbst.
Wie wird man Maurer?
Über die Stufenausbildung der Bauwirtschaft. Der Weg verbindet Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge im Ausbildungszentrum, führt nach zwei Jahren zum Abschluss als Hochbaufacharbeiter und im dritten Jahr zum Maurer. Maurer und Betonbauer sind in der Anlage A der Handwerksordnung geführt, also ein zulassungspflichtiges Handwerk; wer einen eigenen Betrieb in die Handwerksrolle eintragen lassen will, braucht den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung. Nach § 7b der Handwerksordnung kann sie auch ein Geselle erhalten, der sechs Jahre im Handwerk gearbeitet hat, davon vier in leitender Stellung. Im Angestelltenverhältnis führen die Wege über den geprüften Polier, den Werkpolier, den Bautechniker oder ein Studium im Bauingenieurwesen.
Was der Beruf verlangt
Wetterfestigkeit im wörtlichen Sinn. Gearbeitet wird im Freien, bei Hitze wie bei Frost, und in der Schlechtwetterzeit von Dezember bis März steht der Rohbau immer wieder still. Für diesen Fall gibt es das Saison-Kurzarbeitergeld nach § 101 SGB III und die ergänzenden Leistungen nach § 102 SGB III, finanziert über die Winterbeschäftigungsumlage nach § 354 SGB III; sie halten das Beschäftigungsverhältnis über den Winter, nicht aber das Einkommen auf dem Niveau eines Sommermonats. Die zweite Wahrheit ist die körperliche. Steine, Mörtelkübel und Schalungsteile werden gehoben und getragen, oft in gebückter Haltung, und die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt genau dafür eigene Nummern: bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben und Tragen schwerer Lasten und die Koxarthrose durch Lastenhandhabung. Hinzu kommen Lärm, Vibration durch Druckluftwerkzeuge, quarzhaltiger Staub beim Schneiden und Schleifen sowie Hautbelastung durch frischen Zementmörtel. Wer den Beruf lange ausüben will, muss mit Hebehilfen, Absaugung, Gehörschutz und Hautschutz ernst machen, statt sie als Papierkram zu behandeln.
Aussichten
Der Bedarf ist da und schwankt trotzdem stark, weil der Wohnungsneubau an Zinsen und Förderkulissen hängt, während Sanierung, energetische Ertüchtigung und Infrastruktur gleichmäßiger laufen. Betriebe suchen ausgebildete Maurer seit Jahren, und wer eine Kolonne führen kann, verhandelt entsprechend. Gleichzeitig verschiebt die Vorfertigung Arbeit von der Baustelle ins Werk, was den Anteil an Montage, Maßkontrolle und Schnittstellenarbeit erhöht. Wege nach vorn führen über Polier und Meister in die Bauleitung, in die Kalkulation, in die Selbständigkeit mit einem kleinen Bestandsbetrieb oder in die Begutachtung von Bauschäden.
Aufgaben
- Fundamente, Kellerwände und deren Abdichtung herstellen
- Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein und Porenbeton erstellen
- Schalungen bauen, Bewehrung verlegen und Beton einbringen
- Decken, Stürze und Treppen aus Ortbeton oder Fertigteilen setzen
- Durchbrüche, Unterfangungen und Instandsetzungen im Bestand ausführen
- Aufmaß nehmen und nach Bauplan und Schalplan arbeiten
- Baustelle sichern, Gerüste und Hebezeuge sachgerecht nutzen
- Leistungen für die Abrechnung dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Maurer oder Hochbaufacharbeiter
- Sicheres Lesen von Bau-, Schal- und Bewehrungsplänen
- Körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit auf dem Gerüst
- Bereitschaft zu wechselnden Baustellen und Montagezeiten
- Führerschein, häufig auch für Anhänger
- Sorgfalt bei Maßhaltigkeit, Lot und Waage
Wo man arbeitet
- Bauunternehmen des Hoch- und Rohbaus
- Handwerksbetriebe für Sanierung und Bauwerkserhaltung
- Fertigteil- und Montagebaubetriebe
- Bauabteilungen von Wohnungsgesellschaften und Kommunen
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung läuft als Stufenausbildung der Bauwirtschaft über drei Jahre in Betrieb, Berufsschule und überbetrieblichem Ausbildungszentrum. Nach zwei Jahren steht der Abschluss als Hochbaufacharbeiter, im dritten Jahr der als Maurer. Darauf bauen der geprüfte Polier, der Werkpolier, der Bautechniker und die Meisterprüfung auf; das Maurer- und Betonbauerhandwerk ist zulassungspflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung. Ein Studium im Bauingenieurwesen ist auch ohne Abitur über die berufliche Qualifikation möglich.
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