Zimmerer
Zimmerer bauen tragende Konstruktionen aus Holz, vom Dachstuhl über den Holzrahmenbau bis zur Sanierung historischer Tragwerke.
36 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Zimmerer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € |
Auch der Holzbau fällt unter die tariflichen Regelungen des Baugewerbes mit allgemeinverbindlichem Mindestlohn, doch reichen die tatsächlichen Löhne je nach Region und Auftragslage deutlich darüber hinaus. Montagebetriebe zahlen Auslöse und Fahrtzeiten, Werkstattbetriebe dafür gleichmäßiger. Wer die Abbundanlage programmiert oder eine Montagekolonne führt, liegt merklich höher als der Durchschnitt. Der Winter drückt in Montagebetrieben das Jahresmittel stärker als in vorfertigenden Werken.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Zimmerer?
Er arbeitet an dem Bauteil, das die Lasten trägt, und zwar in Holz. Klassisch ist der Dachstuhl: Abbund, Aufrichten, Schalung, Konterlattung und die luftdichte Ebene, bevor der Dachdecker übernimmt. Dazu kommen Holzrahmen- und Holztafelbau für ganze Wohnhäuser, Aufstockungen auf Bestandsgebäude, Balkone, Carports, Hallenbinder, Brücken und Treppen. Ein wachsender Teil der Arbeit ist Bestandsarbeit: Fachwerk instand setzen, Deckenbalkenköpfe austauschen, Dachtragwerke verstärken, Bauteile alter Konstruktionen aufmessen und nachbauen. Die Vorfertigung verschiebt dabei viel Arbeit in die Halle. Im Abbundzentrum schneidet eine Anlage die Bauteile nach den Daten aus dem Konstruktionsprogramm, und auf der Baustelle wird montiert, ausgerichtet und verbunden. Wer den Beruf lernt, arbeitet deshalb an zwei sehr verschiedenen Orten: an der Maschine im Werk und in der Höhe auf dem Bau.
Wie wird man Zimmerer?
Über die Stufenausbildung der Bauwirtschaft mit überbetrieblichen Lehrgängen; nach zwei Jahren steht der Ausbaufacharbeiter, im dritten Jahr der Zimmerer. Das Zimmererhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig: Ein eigener Betrieb setzt den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung voraus, die nach § 7b der Handwerksordnung auch über sechs Jahre Gesellentätigkeit mit vier Jahren in leitender Stellung erreichbar ist. Im Angestelltenverhältnis führen Polier, Werkpolier, Techniker der Fachrichtung Bautechnik und das Studium im Holzbau oder Bauingenieurwesen weiter. Die Walz, also die Wanderjahre nach der Gesellenprüfung, ist im Zimmererhandwerk bis heute lebendig und für manche Betriebe ein Empfehlungsschreiben eigener Art.
Was der Beruf verlangt
Höhe und Wetter. Gearbeitet wird auf Sparren, Gerüsten und Hubarbeitsbühnen, bei Wind wird das Aufrichten unterbrochen, im Winter steht die Montage zeitweise still. Das Saison-Kurzarbeitergeld nach § 101 SGB III greift auch hier, ergänzt um das Wintergeld nach § 102 SGB III. Absturz ist die ernsteste Gefahr des Berufs, und Seitenschutz, Anschlagpunkte und persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz sind deshalb kein formaler Akt. Körperlich fordert die Arbeit Rücken und Schultern; die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung kennt eigene Nummern für bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch Heben und Tragen und für Schäden der Rotatorenmanschette durch langjährige Überschulterarbeit. Hinzu kommen Lärm und Holzstaub; für Stäube von Eichen- und Buchenholz ist ein Zusammenhang mit Krebs der Nasenhöhlen anerkannt, was Absaugung an der stationären Maschine zur Pflicht und nicht zur Empfehlung macht.
Aussichten
Der Holzbau wächst, weil er in der Klimabilanz gut dasteht, weil sich Aufstockungen im Bestand ohne große Lasten realisieren lassen und weil vorgefertigte Elemente die Bauzeit verkürzen. Damit verschiebt sich das Anforderungsprofil: Wer mit der Abbundsoftware, mit der CNC-Anlage und mit Luftdichtheitskonzepten umgehen kann, wird gesucht. Gleichzeitig bleibt die Bestandssanierung ein Feld, in dem Erfahrung und Handwerk zählen und Maschinen wenig helfen. Die nächsten Schritte führen in die Werkstattleitung, in die Arbeitsvorbereitung, über den Meister in die Selbständigkeit oder in die Bauleitung eines Holzbauunternehmens.
Aufgaben
- Dachstühle abbinden, aufrichten und ausrichten
- Wand-, Decken- und Dachelemente im Holzrahmenbau vorfertigen
- Aufstockungen und Anbauten im Bestand montieren
- Historische Tragwerke und Fachwerk instand setzen
- Luftdichte und dämmende Ebenen fachgerecht ausführen
- Konstruktionen nach Statik und Werkplan umsetzen
- Abbundanlage und stationäre Holzbearbeitungsmaschinen bedienen
- Absturzsicherung und Baustellenordnung gewährleisten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Zimmerer oder Holzbauberuf
- Schwindelfreiheit und Sicherheit im Umgang mit Absturzsicherung
- Räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Planlesen
- Umgang mit Abbundsoftware von Vorteil
- Bereitschaft zu Montage und wechselnden Baustellen
- Führerschein, häufig mit Anhängerklasse
Wo man arbeitet
- Zimmereien und Holzbauunternehmen
- Abbundzentren und Fertighauswerke
- Betriebe für Dachsanierung und Aufstockung
- Restaurierungsbetriebe für Fachwerk und Denkmalpflege
Der Weg in den Beruf
Drei Jahre Stufenausbildung der Bauwirtschaft mit Betrieb, Berufsschule und überbetrieblichem Lehrgang; nach zwei Jahren steht der Ausbaufacharbeiter, danach die Gesellenprüfung zum Zimmerer. Weiterführend sind der geprüfte Polier, der Werkpolier, der Techniker für Bautechnik und die Meisterprüfung, die für einen eigenen Betrieb nötig ist, weil das Zimmererhandwerk in der Anlage A der Handwerksordnung steht. Studiengänge im Holzingenieurwesen stehen auch beruflich Qualifizierten offen.
Offene Stellen als Zimmerer
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Zimmerer / Zimmerergeselle (m/w/d)
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