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Holz & Tischlerei

Tischler

Tischler fertigen und montieren Möbel, Fenster, Türen und Innenausbauten aus Holz und Holzwerkstoffen, in der Werkstatt und beim Kunden.

166 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Tischler verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.100 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.100 € 5.100 € 49.200 €

Die Tarifbindung im Tischlerhandwerk ist regional sehr unterschiedlich, und zwischen einer kleinen Bautischlerei und einem Objektausbauunternehmen liegen Welten. Montagelastige Betriebe zahlen Fahrtzeiten und Auslöse, Werkstattbetriebe eher Leistungszulagen. Wer die CNC-Anlage programmiert, Aufmaß verantwortet oder Montagen leitet, liegt spürbar über der Fläche. Süddeutschland zahlt erkennbar mehr als strukturschwache Regionen, und die Industrie der Holzverarbeitung zahlt oft über dem Handwerk.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Tischler?

Er stellt Bauteile und Einrichtungen aus Holz und Holzwerkstoffen her und baut sie ein. Das Spektrum reicht vom Einzelmöbel über Einbauschränke, Küchen und Ladeneinrichtungen bis zu Fenstern, Haustüren, Innentüren, Treppen, Wand- und Deckenverkleidungen sowie Messe- und Objektausbau. In der Werkstatt stehen Formatkreissäge, Kantenanleimmaschine, Breitbandschleifer und zunehmend eine CNC-Bearbeitungsanlage, die nach einer Zeichnung aus dem Konstruktionsprogramm fräst und bohrt. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit liegt aber außerhalb der Werkstatt: Aufmaß beim Kunden, Montage vor Ort, Anpassung an krumme Altbauwände, Beschlagjustage und Nachbesserung. Dazu kommen Reparatur und Restaurierung alter Möbel und Bauteile sowie der Einbau von Brand- und Rauchschutztüren, bei denen die Zulassung des Systems die Ausführung bis ins Detail vorgibt. In Süddeutschland heißt derselbe Beruf Schreiner.

Wie wird man Tischler?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Tischlerhandwerk. Das Tischlerhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig; wer einen Betrieb eintragen lassen will, braucht den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung, die nach § 7b der Handwerksordnung auch über eine sechsjährige Gesellenzeit mit vier Jahren in leitender Stellung erreichbar ist. Nach der Gesellenprüfung sind Spezialisierungen üblich: Montage, Bankraum, Oberfläche, CNC-Programmierung, Restaurierung oder Fenster- und Türentechnik. Weiterführend gibt es den Meister, den Techniker für Holztechnik, den Restaurator im Handwerk und ein Studium im Holzingenieurwesen oder Innenarchitektur, das auch beruflich Qualifizierten offensteht.

Was der Beruf verlangt

Genauigkeit im Millimeterbereich und ein realistisches Verhältnis zu Staub, Lärm und Maschinen. Kreissäge und Fräse gehören zu den Maschinen mit den schwersten Verletzungsfolgen im Handwerk, und Schutzeinrichtungen sind kein Hindernis, sondern der Grund, warum die meisten Tischler am Ende ihres Berufslebens noch alle Finger haben. Holzstaub ist der zweite Punkt: Für Stäube von Eichen- und Buchenholz führt die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung Adenokarzinome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen auf, weshalb Absaugung an jeder Maschine Pflicht ist. Lacke, Beizen und Klebstoffe können Haut und Atemwege belasten; auch dafür gibt es eigene Nummern in der Anlage. Auf der Montage kommen Tragen, Treppen und enge Räume hinzu. Die Arbeit ist weitgehend witterungsunabhängig, dafür aber terminlastig, weil Küchen und Türen zu festen Umzugs- oder Eröffnungsterminen stehen müssen.

Aussichten

Individualisierung hilft dem Gewerk: Was in Serie passt, kommt aus der Industrie, alles andere aus der Tischlerei, und im Bestand passt selten etwas ohne Anpassung. Innenausbau, Objektmöbel, Brandschutztüren und barrierefreie Umbauten sind stabile Felder, während der reine Möbelbau unter Preisdruck durch Onlinehandel steht. Wer die CNC-Anlage programmiert und mit Konstruktionssoftware sicher umgeht, ist in Betrieben aller Größen gefragt. Wege nach vorn führen in die Arbeitsvorbereitung, in die Werkstattleitung, über den Meisterbrief in die Selbständigkeit oder in die Planung bei Innenausbauunternehmen, wo Erfahrung aus der Fertigung ein Vorteil gegenüber rein zeichnerischen Bewerbern ist.

Aufgaben

  • Möbel, Einbauten und Ladeneinrichtungen fertigen
  • Fenster, Haus- und Innentüren herstellen und einbauen
  • Aufmaß beim Kunden nehmen und Montagen ausführen
  • Holz und Holzwerkstoffe zuschneiden, fräsen und verleimen
  • CNC-Programme erstellen und Bearbeitungsanlagen rüsten
  • Oberflächen schleifen, lackieren, beizen und ölen
  • Brand- und Rauchschutztüren zulassungsgerecht einbauen
  • Beschläge montieren, justieren und instand setzen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Tischler oder Schreiner
  • Sicherer Umgang mit stationären Holzbearbeitungsmaschinen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und sauberes Planlesen
  • Genauigkeit bei Passungen, Fugen und Oberflächen
  • Kundenfreundliches Auftreten bei der Montage vor Ort
  • Führerschein für Auslieferung und Montagefahrten

Wo man arbeitet

  • Tischlereien und Schreinereien
  • Innenausbau- und Ladenbauunternehmen
  • Fenster- und Türenbetriebe
  • Möbelhandel und Küchenstudios mit eigener Montage

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung im Tischlerhandwerk dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Das Handwerk ist nach Anlage A der Handwerksordnung zulassungspflichtig; für den eigenen Betrieb sind Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung nötig. Aufbauend gibt es den Meister, den Techniker für Holztechnik, den Restaurator im Handwerk sowie Studiengänge im Holzingenieurwesen und in der Innenarchitektur, die beruflich Qualifizierten auch ohne Abitur offenstehen.

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