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Bau & Ausbau

Dachdecker

Dachdecker decken, dichten und dämmen Dächer und Fassaden und arbeiten dabei fast ausschließlich in Höhe und im Freien.

48 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Dachdecker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €

Für das Dachdeckerhandwerk gilt ein allgemeinverbindlicher Mindestlohn, und die tarifliche Bindung ist höher als im übrigen Handwerk. Die tatsächliche Spanne öffnet sich über Zuschläge: Erschwernis, Höhe, Fahrtzeiten und Auslöse fallen je nach Auftrag sehr unterschiedlich an, und in der Hauptsaison summieren sich Überstunden. Regional liegen Ballungsräume deutlich über strukturschwachen Gebieten. Die Werte gelten für Vollzeit ohne Überstunden und bilden das Jahresmittel ab, in dem der Winter enthalten ist.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Dachdecker?

Er hält Wasser aus dem Gebäude. Das Steildach mit Ziegeln, Betondachsteinen, Schiefer oder Metall ist der bekannteste Teil, aber längst nicht der ganze Beruf. Dazu kommen Flachdächer mit Bitumen- oder Kunststoffbahnen, Dachbegrünungen, Abdichtungen von Terrassen und Balkonen, Dämmung auf, zwischen und unter den Sparren, Blitzschutz, Dachfenster, Kaminverwahrungen, Rinnen und Fallrohre sowie hinterlüftete Fassaden. Mit der energetischen Sanierung ist die Dämmebene zum wirtschaftlich wichtigsten Bauteil geworden, und mit der Photovoltaik ist ein ganzes Arbeitsfeld hinzugekommen: Unterkonstruktion, Durchdringungen, Abdichtung und zunehmend die Montage der Module selbst. Ein erheblicher Anteil der Aufträge ist Reparatur nach Sturm, Hagel und Starkregen, und der fällt kurzfristig an, oft dann, wenn das Wetter gerade schlecht war.

Wie wird man Dachdecker?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Dachdeckerhandwerk mit überbetrieblichen Lehrgängen. Das Dachdeckerhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung, ist also zulassungspflichtig; ein eigener Betrieb setzt den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung voraus, die nach § 7b der Handwerksordnung auch über eine sechsjährige Gesellenzeit mit vier Jahren in leitender Stellung zu erlangen ist. Innerhalb des Berufs gibt es Schwerpunkte für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sowie für Reetdach, dazu Fortbildungen zur Fachkraft für Photovoltaikmontage, zum Gebäudeenergieberater und zum Techniker. Der Weg über Vorarbeiter und Kolonnenführer ist der übliche innerbetriebliche Aufstieg.

Was der Beruf verlangt

Höhe, Wind und Wetter bestimmen alles. Gearbeitet wird auf geneigten Flächen, auf Gerüsten und an der Traufe, und Absturz ist die häufigste schwere Unfallursache des Gewerks; Seitenschutz, Anschlageinrichtungen und Auffangsysteme gehören zum Handwerkszeug wie der Hammer. Bei Wind über einer bestimmten Stärke wird die Arbeit eingestellt, bei Frost und Nässe ebenfalls, und im Winter greift wie im übrigen Baugewerbe das Saison-Kurzarbeitergeld nach § 101 SGB III samt dem Wintergeld nach § 102 SGB III. Die körperliche Seite ist kein Nebenschauplatz: Ziegel und Bahnen werden getragen, die Knie tragen auf dem Dach, und die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt die Gonarthrose durch Tätigkeit im Knien ebenso auf wie bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule. Dazu kommt die Sonne: Plattenepithelkarzinome und aktinische Keratosen der Haut durch natürliche ultraviolette Strahlung sind als Berufskrankheit anerkannt, und im Bestand ist der Kontakt mit alten asbesthaltigen Wellplatten ein Thema, das die Gefahrstoffverordnung streng regelt.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und eher steigend, weil Dächer unabhängig von der Konjunktur altern, weil Extremwetter Schäden erzeugt und weil Dämmung und Photovoltaik zusätzliche Arbeit auf dieselbe Fläche bringen. Betriebe finden kaum Nachwuchs, Auftragsbücher reichen oft über Monate, und das stärkt die Position der Gesellen bei Lohnverhandlungen. Die Kehrseite bleibt die Belastung: Wer nicht rechtzeitig in Planung, Aufmaß, Kundenberatung oder Meisterverantwortung wechselt, stößt körperlich irgendwann an eine Grenze. Realistische Wege sind Kolonnenführung, Meisterbetrieb, Sachverständigentätigkeit für Dachschäden oder ein Wechsel in den technischen Außendienst der Baustoffindustrie.

Aufgaben

  • Steildächer mit Ziegeln, Schiefer oder Metall eindecken
  • Flachdächer mit Bitumen- und Kunststoffbahnen abdichten
  • Dämmung und luftdichte Ebene fachgerecht einbauen
  • Dachfenster, Gauben und Durchdringungen einbauen
  • Rinnen, Fallrohre und Blechanschlüsse herstellen
  • Unterkonstruktionen für Photovoltaik montieren
  • Sturm- und Wasserschäden aufnehmen und beheben
  • Absturzsicherung und Gerüstfreigabe beachten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Dachdeckerhandwerk
  • Schwindelfreiheit und Trittsicherheit auf geneigten Flächen
  • Gesundheitliche Eignung für Arbeiten mit Absturzgefahr
  • Bereitschaft zu Arbeit im Freien bei jeder Jahreszeit
  • Handwerkliche Sorgfalt bei Anschlüssen und Abdichtungen
  • Führerschein für den Weg zur täglich wechselnden Baustelle

Wo man arbeitet

  • Dachdeckerbetriebe und Bedachungsunternehmen
  • Betriebe für Abdichtungs- und Bauwerksabdichtungstechnik
  • Fassaden- und Gerüstbaufirmen mit Dachsparte
  • Gebäudeunterhalt von Wohnungsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft dual mit überbetrieblichen Lehrgängen; innerhalb des Berufs gibt es Schwerpunkte für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sowie für Reetdach. Nach der Gesellenprüfung folgen typischerweise Vorarbeiter- und Kolonnenführerverantwortung, dann die Meisterprüfung, die für einen eigenen Betrieb nötig ist, weil das Dachdeckerhandwerk in der Anlage A der Handwerksordnung steht. Fortbildungen zum Techniker, zum Gebäudeenergieberater und zur Photovoltaikmontage ergänzen den Weg.

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