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Nahrungshandwerk

Fleischer

Fleischer zerlegen Tierkörper, stellen Wurst- und Fleischwaren her und verantworten dabei Hygiene und Kühlkette in jedem Arbeitsschritt.

162 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Fleischer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.100 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.700 € 46.800 €

Tarifverträge bestehen regional und für Teile der Industrie, die Bindung im Handwerk ist jedoch gering. Die Spanne folgt vor allem der Betriebsform: Industrie und Filialisten zahlen im Grundlohn oft mehr, Handwerksbetriebe gleichen das über Zuschläge, Sonderzahlungen und Naturalleistungen teilweise aus. Zuschläge für Frühschicht und Samstagsarbeit fallen regelmäßig an. Wer Zerlegung, Rohwurstreifung oder die Leitung einer Produktion beherrscht, wird deutlich über dem Mittel bezahlt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fleischer?

Er verarbeitet Fleisch vom groben Zuschnitt bis zum verkaufsfertigen Erzeugnis. Zerlegen und Ausbeinen stehen am Anfang, dann folgen Zuschnitt, Pökeln, Brühen, Räuchern, Kochen, Reifen und die Herstellung von Brüh-, Koch- und Rohwurst. Dazu kommen Convenienceartikel, Marinaden, Fertiggerichte und in vielen Betrieben ein Partyservice oder eine eigene Gastronomie, die inzwischen einen erheblichen Teil des Umsatzes trägt. Im Handwerksbetrieb wechselt der Tag zwischen Produktion, Verkaufsvorbereitung und Kundenkontakt, in der Industrie ist die Arbeit auf Stationen aufgeteilt und läuft im Takt der Anlage. Über allem steht das Lebensmittelrecht: Kühlkette, Temperaturdokumentation, Eigenkontrollen, Rückverfolgbarkeit und Hygieneschulungen sind kein Beiwerk, sondern die Bedingung dafür, dass ein Betrieb produzieren darf. Regional heißt derselbe Beruf Metzger.

Wie wird man Fleischer?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Fleischerhandwerk, die in vielen Betrieben mit einem Schwerpunkt in Produktion oder Verkauf verbunden wird. Das Fleischerhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig; für einen eigenen Betrieb sind Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung nötig, letztere nach § 7b der Handwerksordnung auch über eine sechsjährige Gesellenzeit mit vier Jahren in leitender Stellung. Nach der Gesellenprüfung folgen Spezialisierungen in Rohwurstreifung, Räuchertechnik, Zerlegung oder Produktentwicklung. Weiterführend gibt es den Fleischermeister, den geprüften Fachmann für Lebensmitteltechnik und den Betriebswirt des Handwerks; die fleischverarbeitende Industrie bietet Wege in Qualitätssicherung und Produktionsleitung.

Was der Beruf verlangt

Kälte, Nässe und scharfe Werkzeuge. Gearbeitet wird in gekühlten Räumen, oft unter feuchten Bedingungen und mit Messern, deren Schnittverletzungen zu den häufigsten Unfällen des Gewerks gehören; Stechschutzschürze und Handschuh sind deshalb Standard. Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt für die typischen Belastungen dieses Berufs mehrere Nummern: Erkrankungen der Sehnenscheiden durch wiederholte Bewegungen, das Karpaltunnelsyndrom durch repetitive Handarbeit und schwere Hauterkrankungen durch Feuchtarbeit. Hinzu kommt der frühe Arbeitsbeginn, denn Produktion und Frischetheke müssen vor der Ladenöffnung fertig sein, und der Samstag ist im Handwerk ein normaler Arbeitstag. Der Umgang mit Tierkörpern ist nicht für jeden selbstverständlich, und wer den Beruf erwägt, sollte sich das ehrlich vorher ansehen.

Aussichten

Der Beruf steht unter zwei gegenläufigen Kräften. Der Fleischkonsum geht zurück, und die Zahl der Handwerksbetriebe sinkt seit Jahren deutlich; zugleich ist der Nachwuchsmangel so groß, dass ausgebildete Fleischer praktisch überall gesucht werden und Betriebe um sie werben. Wer bleibt, hat gute Karten: Handwerksbetriebe mit regionaler Herkunft, eigener Schlachtung oder ausgewiesener Tierhaltung finden zahlungsbereite Kundschaft, und die Gastronomie eines Metzgereibetriebs trägt sich oft besser als die Theke. In der Industrie sind Qualitätssicherung und Anlagenverantwortung Wege mit Perspektive. Über den Meisterbrief ist die Übernahme eines bestehenden Betriebs realistisch, weil viele Inhaber einen Nachfolger suchen.

Aufgaben

  • Tierkörper zerlegen, ausbeinen und zuschneiden
  • Brüh-, Koch- und Rohwurst herstellen
  • Fleisch pökeln, räuchern und reifen lassen
  • Convenienceartikel und Fertiggerichte produzieren
  • Kühlkette und Temperaturen dokumentieren
  • Eigenkontrollen und Hygienevorgaben umsetzen
  • Theke bestücken und Kunden fachlich beraten
  • Partyservice und Veranstaltungen vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Fleischerhandwerk
  • Sicherer und sauberer Umgang mit Messer und Maschine
  • Kenntnisse des Lebensmittel- und Hygienerechts
  • Belastbarkeit bei Kälte, Nässe und frühem Arbeitsbeginn
  • Bereitschaft zur Samstagsarbeit im Verkaufsbetrieb
  • Gesundheitliche Eignung für Feuchtarbeit

Wo man arbeitet

  • Fleischereien und Metzgereien mit eigener Produktion
  • Filialbetriebe mit zentraler Fleischwarenherstellung
  • Fleischverarbeitende Industrie und Schlachtbetriebe
  • Lebensmitteleinzelhandel mit Bedientheke

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung im Fleischerhandwerk dauert drei Jahre und kann mit einem Schwerpunkt in Produktion oder Verkauf verbunden werden. Das Handwerk ist nach Anlage A der Handwerksordnung zulassungspflichtig; für den eigenen Betrieb sind Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung nötig. Aufbauend gibt es den Fleischermeister, den geprüften Fachmann für Lebensmitteltechnik und den Betriebswirt des Handwerks, in der Industrie zusätzlich Wege in Qualitätssicherung und Produktionsleitung.

Offene Stellen als Fleischer

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Köche stellen Speisen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung her; der Beruf ist kein Handwerk nach der Handwerksordnung und steht in diesem Portal am Rand.

Offene Stellen
11
Monatsbrutto
2.300 – 4.600 €

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