Elektroniker für Sicherheitstechnik
Elektroniker für Sicherheitstechnik errichten und betreuen Brandmelde-, Einbruchmelde-, Video- und Zutrittsanlagen; die Bezeichnung ist eine Stellenbezeichnung des Elektrohandwerks und kein eigener Ausbildungsberuf.
66 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektroniker für Sicherheitstechnik verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.600 € | 5.400 € | 55.200 € |
Die Spanne liegt über dem Mittel des Elektrohandwerks, weil die Errichterbetriebe um wenige eingearbeitete Fachkräfte konkurrieren und eine Einarbeitung auf die gängigen Zentralen lange dauert. Tarifbindung ist selten, gezahlt wird nach Erfahrung und nach den Herstellerqualifikationen, die jemand mitbringt. Rufbereitschaft, Wochenendeinsätze bei Abnahmen und Auslöse bei auswärtiger Montage kommen regelmäßig hinzu. Angegeben ist das Grundgehalt ohne diese Bestandteile.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker für Sicherheitstechnik?
Er baut die Anlagen, die melden, wenn etwas nicht stimmt. Zuerst aber gehört die Einordnung geklärt, denn sie ist hier der eigentliche Punkt. Einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht: § 4 der Elektronikerausbildungsverordnung kennt für das Handwerk nur die Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik, und § 1 der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen zählt fünf Industrieberufe auf, unter denen keiner Sicherheitstechnik heißt. Die Bezeichnung beschreibt ein Arbeitsfeld, nicht einen Abschluss. Rechtlich liegt dieses Feld im Handwerk: Wer Gefahrenmeldeanlagen fest in Gebäuden errichtet, übt wesentliche Tätigkeiten der Gewerbe Elektrotechniker und Informationstechniker aus, die beide in der Anlage A der Handwerksordnung stehen und damit zulassungspflichtig sind.
Damit ist die Grenze zu den Nachbarn gezogen. Der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik errichtet die Stromversorgung eines Gebäudes, der Elektroniker für Betriebstechnik verantwortet die Anlagen eines Werks, der Elektroniker für Automatisierungstechnik programmiert Maschinensteuerungen, und der Elektroniker für Geräte und Systeme fertigt Geräte in der Industrie. Hier dagegen entsteht eine Meldetechnik, deren Wert allein darin besteht, im Ernstfall zu funktionieren und im Alltag nicht ohne Grund auszulösen.
Die Arbeit umfasst Brandmelde- und Sprachalarmanlagen, Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Fluchttürsteuerungen und Schließsysteme. Dazu gehören die Aufnahme im Bestand, die Projektierung nach den einschlägigen Normen und den Richtlinien der Schadenversicherer, das Setzen und Verdrahten der Melder, die Parametrierung der Zentrale, die Aufschaltung auf eine Leitstelle, die Abnahme mit dem Sachverständigen und danach eine Betreuung, die jahrelang läuft: wiederkehrende Inspektion, Wartung, Störungsdienst und die Dokumentation, ohne die keine Anlage als betriebsbereit gilt. Das Bauordnungsrecht der Länder schreibt Brandmeldeanlagen in bestimmten Gebäuden vor, und der Betreiber muss ihren Zustand nachweisen können.
Wie wird man Elektroniker für Sicherheitstechnik?
Über einen der elektrotechnischen Ausbildungsberufe und anschließende Spezialisierung. Am häufigsten führt der Weg über den Elektroniker, dessen Ausbildung nach § 2 der Elektronikerausbildungsverordnung dreieinhalb Jahre dauert und nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Elektrotechniker anerkannt ist, oder über den Informationselektroniker, den § 1 der Informationselektronikerausbildungsverordnung dem Gewerbe Informationstechniker zuordnet und dessen Berufsbild das Montieren, Parametrieren und Übergeben informationstechnischer Systeme ausdrücklich nennt. Die eigentliche Qualifikation entsteht danach über Herstellerlehrgänge und über die Zertifizierungen, die Versicherer und Auftraggeber vom errichtenden Betrieb verlangen. Für die Selbständigkeit gilt die Handwerksrolle nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung, also Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung.
Was der Beruf verlangt
Gewissenhaftigkeit, weil niemand merkt, wenn eine Anlage falsch aufgebaut ist, bis sie gebraucht wird. Dazu kommen Zuverlässigkeit im Umgang mit fremden Objekten, sauberes Arbeiten im laufenden Betrieb, Rufbereitschaft und die Geduld, Fehlalarme bis zur Ursache zu verfolgen. Viele Auftraggeber verlangen ein einwandfreies Führungszeugnis, weil der Zugang zu Bank-, Behörden- und Industrieobjekten dazugehört.
Aussichten
Die Nachfrage wächst stetig, weil Einbruchschutz, Brandschutznachrüstungen und Zutrittssteuerung in Bestandsgebäuden zunehmen und jede errichtete Anlage dauerhaft Wartungsarbeit erzeugt. Wer Zentralen mehrerer Hersteller beherrscht, Anlagen projektieren und die Abnahme begleiten kann, ist in dieser Nische schwer zu ersetzen; der Weg führt über Projektleitung und Serviceleitung bis zur verantwortlichen Fachkraft eines Errichterbetriebs.
Aufgaben
- Bestand aufnehmen und Sicherungskonzepte projektieren
- Brandmelde- und Sprachalarmanlagen errichten
- Einbruch- und Überfallmeldeanlagen installieren
- Videoüberwachung und Zutrittskontrolle einrichten
- Zentralen parametrieren und auf Leitstellen aufschalten
- Anlagen in Betrieb nehmen und Abnahmen begleiten
- Wiederkehrende Inspektion, Wartung und Störungsdienst leisten
- Prüfbücher und Anlagendokumentation führen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung, meist Elektroniker oder Informationselektroniker
- Status der Elektrofachkraft
- Kenntnis der Normen und Richtlinien für Gefahrenmeldeanlagen
- Erfahrung mit Netzwerktechnik und Fernaufschaltung
- Zuverlässigkeit und einwandfreies Führungszeugnis
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Rufbereitschaft
Wo man arbeitet
- Errichterbetriebe für Sicherheits- und Gefahrenmeldetechnik
- Elektrohandwerksbetriebe mit eigener Sicherheitsabteilung
- Technischer Service der Anlagenhersteller
- Facility-Dienstleister und Gebäudetechnik großer Liegenschaften
- Banken, Industrie und öffentliche Einrichtungen mit eigener Technik
Der Weg in den Beruf
Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Der übliche Weg führt über die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker nach § 2 der Elektronikerausbildungsverordnung, die nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Elektrotechniker anerkannt ist, oder über den Informationselektroniker, der demselben Paragraphen folgend dem Gewerbe Informationstechniker zugeordnet ist. Die Spezialisierung entsteht anschließend im Betrieb über Herstellerlehrgänge und über die Zertifizierungen, die Versicherer und Auftraggeber verlangen. Aufbauend folgen der Meister im Elektrotechniker-Handwerk und der staatlich geprüfte Techniker der Elektrotechnik.
Offene Stellen als Elektroniker für Sicherheitstechnik
In der Suche fortsetzenService- und Montagetechniker / IT-Elektroniker (m/w/d) für Sicherheitstechnik
Verwandte Berufe
Elektroniker
Elektroniker planen, errichten, prüfen und instand halten elektrische Anlagen; hinter der Bezeichnung stehen mehrere amtlich getrennte Ausbildungsberufe mit sehr unterschiedlichen Arbeitsfeldern.
- Offene Stellen
- 1.542
- Monatsbrutto
- 2.800 – 5.300 €
Mechatroniker
Mechatroniker bauen und betreuen Anlagen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerung zusammenwirken; der Beruf ist von der Fahrzeugvariante klar zu trennen.
- Offene Stellen
- 294
- Monatsbrutto
- 3.000 – 5.800 €
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