Mechatroniker
Mechatroniker bauen und betreuen Anlagen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerung zusammenwirken; der Beruf ist von der Fahrzeugvariante klar zu trennen.
294 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mechatroniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.400 € | 3.800 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.100 € | 4.700 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.300 € | 4.900 € | 5.800 € | 58.800 € |
Der größte Unterschied liegt zwischen tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie und Dienstleistern oder Zulieferern ohne Tarifbindung; er übertrifft den Abstand zweier Erfahrungsstufen. Danach wirken Einsatzart und Region: Inbetriebnahme und weltweiter Service werden über der reinen Werkstattmontage vergütet, der Süden über dem Osten. Schichtzuschläge, Rufbereitschaftspauschalen, Reisezeitvergütung und Auslöse kommen hinzu und machen bei Montagepersonal einen erheblichen Teil des Verdienstes aus. Angegeben ist das Grundentgelt ohne diese Bestandteile.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mechatroniker?
Er arbeitet an der Stelle, an der Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik nicht mehr getrennt werden können. Eine Fertigungsanlage besteht aus Gestell, Antrieben, Sensoren, Verkabelung und einem Programm, und wer die Ursache einer Störung sucht, muss alle vier Ebenen zugleich im Blick haben. Genau dafür wurde der Beruf geschaffen; er ist nach § 1 der Mechatroniker-Ausbildungsverordnung nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannt und damit ein Industrieberuf.
Wichtig ist die Abgrenzung zum Kraftfahrzeugmechatroniker, denn die beiden Bezeichnungen ähneln sich und meinen völlig verschiedene Arbeit. Der Mechatroniker steht in der Werkhalle, arbeitet an Fertigungsanlagen, Montagelinien, Sondermaschinen und Gebäudetechnik und liest Stromlauf- und Pneumatikpläne des Anlagenbauers. Der Kraftfahrzeugmechatroniker steht an der Hebebühne, arbeitet am Fahrzeug und ist auf das Diagnosesystem des Fahrzeugherstellers angewiesen. Beides sind eigene Ausbildungsberufe mit eigenen Verordnungen, und ein Wechsel ist möglich, aber keine Formsache.
Der Alltag umfasst Aufbau und Verdrahtung von Baugruppen, Montage beim Kunden, Inbetriebnahme mit Parametrieren von Antrieben, Prüfung der Sicherheitsfunktionen, Fehlersuche im laufenden Betrieb und Umbauten bei Produktwechseln. Hinzu kommen Hydraulik und Pneumatik, Bussysteme und die Auswertung von Diagnosedaten der Steuerung. In der Instandhaltung bestimmt die Störung den Tag, im Sondermaschinenbau der Liefertermin.
Wie wird man Mechatroniker?
Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Mechatroniker-Ausbildungsverordnung dreieinhalb Jahre dauert und mit einer zweiteiligen Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Die Verordnung sieht zusätzliche Qualifikationen vor, unter anderem in digitaler Vernetzung, Programmierung, Sicherheit informationstechnischer Systeme und additiven Fertigungsverfahren, die geprüft und bescheinigt werden. Weiterführend sind der Industriemeister Mechatronik, der staatlich geprüfte Techniker der Mechatronik oder Automatisierungstechnik sowie ein Studium. Für die Arbeit an elektrischen Anlagen ist der Status der Elektrofachkraft entscheidend, für die Arbeit an Hochvoltsystemen eine gesonderte Qualifizierung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf gehört nicht zu den Gewerben der Anlage A der Handwerksordnung, eine Meisterpflicht für die Selbständigkeit besteht daher nicht; wer allerdings einen Betrieb führt, der wesentliche Tätigkeiten eines zulassungspflichtigen Handwerks wie der Elektrotechnik ausübt, fällt wieder unter § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung. Fachlich verlangt der Beruf, in zwei Sprachen zugleich zu denken: Ein Fehlerbild kann von einem verschlissenen Lager, einem gebrochenen Draht oder einer Programmänderung stammen, und die falsche Vermutung kostet eine Schicht. Dazu kommen Schichtarbeit, Rufbereitschaft und in vielen Betrieben Montageeinsätze über Wochen.
Aussichten
Je enger Maschinen vernetzt sind, desto seltener lässt sich eine Störung einem einzelnen Gewerk zuordnen, und genau daraus bezieht dieser Beruf seine Nachfrage. Betriebe suchen Mechatroniker für Instandhaltung, Inbetriebnahme und Service, und weil die Zahl der Absolventen kleiner ist als der Bedarf, sind die Bedingungen gut. Wer sich in Steuerungsprogrammierung, Robotik, Antriebstechnik oder Anlagensicherheit vertieft, wechselt in die Inbetriebnahme oder in den technischen Außendienst; mit Meister oder Techniker öffnen sich Instandhaltungsplanung, Schichtführung und Projektleitung.
Aufgaben
- Mechanische, elektrische und pneumatische Baugruppen montieren
- Anlagen verdrahten und Steuerungen anschließen
- Maschinen in Betrieb nehmen und Antriebe parametrieren
- Sicherheitsfunktionen prüfen und dokumentieren
- Störungen über Mechanik, Elektrik und Programm eingrenzen
- Anlagen warten, umbauen und erweitern
- Diagnosedaten auswerten und Verbesserungen umsetzen
- Anlagen beim Kunden aufbauen und übergeben
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Mechatroniker
- Sicheres Lesen von Stromlauf-, Hydraulik- und Pneumatikplänen
- Kenntnisse in Steuerungstechnik und Antriebstechnik
- Status der Elektrofachkraft
- Bereitschaft zu Schicht, Rufbereitschaft oder Montage
- Systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbau
- Instandhaltung von Produktionsbetrieben
- Automatisierungs- und Robotikintegratoren
- Technischer Service der Anlagenhersteller
- Gebäude- und Fördertechnik
Der Weg in den Beruf
Duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren nach § 2 der Mechatroniker-Ausbildungsverordnung, staatlich anerkannt nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes. Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer wird in zwei Teilen abgelegt. Die Verordnung sieht Zusatzqualifikationen in digitaler Vernetzung, Programmierung, Sicherheit informationstechnischer Systeme und additiven Fertigungsverfahren vor. Aufbauend folgen der Industriemeister Mechatronik, der staatlich geprüfte Techniker der Mechatronik oder Automatisierungstechnik sowie ein Studium.
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