Industriemechaniker
Industriemechaniker halten Maschinen und Fertigungsanlagen betriebsfähig, bauen sie auf und um und setzen sie nach Störungen wieder instand.
380 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Industriemechaniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.000 € | 4.600 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.600 € | 57.600 € |
Der wichtigste Unterschied verläuft zwischen tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie und Zulieferern oder Dienstleistern ohne Tarif; er ist größer als der Abstand zwischen zwei Erfahrungsstufen. Hinzu kommen Schichtzuschläge, Rufbereitschaftspauschalen und Montagezulagen, die bei Beschäftigten im Dreischichtbetrieb oder im weltweiten Anlagenservice einen erheblichen Teil des Monatsverdienstes ausmachen. Regional liegen der Süden und die Ballungsräume deutlich über dem Osten. Die Werte beschreiben das tarifliche Grundentgelt ohne Zuschläge und Sonderzahlungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Industriemechaniker?
Er sorgt dafür, dass die Anlage läuft. Das ist der Unterschied zu den drei Nachbarberufen, mit denen er regelmäßig verwechselt wird: Der Zerspanungsmechaniker nimmt Span ab, der Konstruktionsmechaniker fügt Bleche und Profile zu Konstruktionen, der Werkzeugmechaniker fertigt Werkzeuge und Formen. Der Industriemechaniker dagegen hält technische Systeme betriebsfähig. Die Verordnung über die industriellen Metallberufe nennt in § 11 genau das als seine berufsspezifischen Fachqualifikationen: Bauteile, Baugruppen und Systeme herstellen, montieren und demontieren, die Betriebsfähigkeit technischer Systeme sicherstellen, technische Systeme instand halten und elektrotechnische Komponenten der Steuerungstechnik aufbauen, erweitern und prüfen.
Der Alltag hängt am Einsatzgebiet, das der Ausbildungsbetrieb festlegt; die Verordnung nennt Feingerätebau, Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Produktionstechnik. In der Instandhaltung bestimmt die Störung den Tag: eingrenzen, zerlegen, Lager oder Dichtung wechseln, ausrichten, wieder anfahren, dokumentieren. Dazu kommen geplante Arbeiten in Stillstandszeiten, oft nachts oder am Wochenende, weil die Produktion sonst steht. Im Maschinen- und Anlagenbau ist die Reihenfolge umgekehrt: Baugruppen werden nach Zeichnung montiert, ausgerichtet, verrohrt, verdrahtet, in Betrieb genommen und beim Kunden aufgebaut. Gearbeitet wird mit Mess- und Ausrichtwerkzeug, Hydraulik und Pneumatik, Schraub- und Schweißverbindungen und zunehmend mit Diagnosedaten aus der Steuerung.
Wie wird man Industriemechaniker?
Über eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren; diese Dauer legt § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen fest. Die ersten einundzwanzig Monate bestehen aus gemeinsamen Kernqualifikationen, die alle fünf industriellen Metallberufe teilen; darauf setzen die berufsspezifischen Fachqualifikationen auf. Geprüft wird in zwei Teilen vor der Industrie- und Handelskammer. Weiterführend sind der Industriemeister der Fachrichtung Metall, der staatlich geprüfte Techniker im Maschinenbau, der Instandhaltungsfachwirt und ein Studium des Maschinenbaus. Verbreitet sind zusätzliche Nachweise für Schweißverfahren, Hydraulik und Arbeiten an Hochvoltsystemen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannt und gehört nicht zu den Gewerben der Anlage A der Handwerksordnung; für eine Selbständigkeit in diesem Feld besteht daher keine Meisterpflicht. Wer allerdings einen Betrieb führen will, der wesentliche Tätigkeiten eines zulassungspflichtigen Handwerks ausübt, etwa im Metallbau, fällt wieder unter § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung. Fachlich verlangt die Arbeit systematisches Vorgehen unter Zeitdruck, denn jede Stunde Stillstand kostet, und die Versuchung ist groß, die Ursache zu überspringen und nur das Symptom zu beheben. Dazu kommen Schichtarbeit, Rufbereitschaft, Lärm, Öl und die Verantwortung, eine Anlage erst freizugeben, wenn sie sicher ist.
Aussichten
Instandhaltung lässt sich weder verlagern noch automatisieren, und je mehr Technik in einer Anlage steckt, desto mehr Fachkräfte braucht es, die sie verstehen. Betriebe suchen vor allem Leute, die mechanisch und elektrisch zugleich denken können, weil Störungen selten sauber an der Fachgrenze liegen. Wer sich in Steuerungstechnik, Hydraulik, Schweißen oder in die Diagnose vernetzter Anlagen einarbeitet, wird zum Schichtführer oder Instandhaltungsplaner; mit Industriemeister oder Techniker führen die Wege in Arbeitsvorbereitung, Montageleitung und technischen Vertrieb.
Aufgaben
- Maschinen und Fertigungsanlagen instand halten
- Störungen eingrenzen und Bauteile austauschen
- Baugruppen nach Zeichnung montieren und ausrichten
- Anlagen umbauen, erweitern und in Betrieb nehmen
- Hydraulische und pneumatische Systeme prüfen
- Elektrotechnische Komponenten der Steuerung aufbauen und prüfen
- Wartungspläne abarbeiten und Instandhaltung dokumentieren
- Anlagen beim Kunden aufbauen und übergeben
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Industriemechaniker
- Sicheres Lesen von technischen Zeichnungen und Schaltplänen
- Grundkenntnisse in Steuerungs-, Hydraulik- und Pneumatiktechnik
- Systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche
- Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit
- Bereitschaft zu Montageeinsätzen
Wo man arbeitet
- Instandhaltungsabteilungen der Industrie
- Maschinen- und Anlagenbau
- Chemie-, Papier- und Lebensmittelwerke
- Technische Dienstleister für Anlagenservice
- Kraftwerke und Versorgungsbetriebe
Der Weg in den Beruf
Duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen. Die Kernqualifikationen umfassen einundzwanzig Monate und sind allen fünf industriellen Metallberufen gemeinsam; darauf setzen die Fachqualifikationen nach § 11 auf, die in einem Einsatzgebiet vertieft werden. Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer besteht aus zwei Teilen. Aufbauend folgen der Industriemeister Metall, der staatlich geprüfte Techniker im Maschinenbau und ein Studium.
Offene Stellen als Industriemechaniker
In der Suche fortsetzenIndustriemechaniker (m/w/d) bis zu 24,38 €/Std.
Industriemechaniker (m/w/d)
Industriemechaniker (m/w/d)
Industriemechaniker (m/w/d)
Verwandte Berufe
Konstruktionsmechaniker
Konstruktionsmechaniker fertigen und montieren Metallkonstruktionen aus Blechen und Profilen; Trennen, Umformen, Fügen und Schweißen bestimmen ihre Arbeit.
- Offene Stellen
- 128
- Monatsbrutto
- 2.800 – 5.200 €
Mechatroniker
Mechatroniker bauen und betreuen Anlagen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerung zusammenwirken; der Beruf ist von der Fahrzeugvariante klar zu trennen.
- Offene Stellen
- 294
- Monatsbrutto
- 3.000 – 5.800 €
Metallbauer
Metallbauer fertigen und montieren Konstruktionen aus Stahl, Aluminium und Edelstahl; der Beruf ist der Nachfolger des Schlossers und im Handwerk zulassungspflichtig.
- Offene Stellen
- 89
- Monatsbrutto
- 2.600 – 4.900 €
Zerspanungsmechaniker
Zerspanungsmechaniker stellen Präzisionsteile auf numerisch gesteuerten Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen her und verantworten den Fertigungsprozess dahinter.
- Offene Stellen
- 320
- Monatsbrutto
- 2.800 – 5.300 €
Passend dazu im Ratgeber
- Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht, Angebot, Wunsch Vorsorge ist keine Eignungsprüfung und kein Test, den man bestehen muss. Welche drei Arten...
- Heben und Tragen: was die Verordnung wirklich sagt Die Lastenhandhabungsverordnung enthält keine allgemeine Kilogrammgrenze. Wie stattdessen...
- Vom Gesellen zum Meister: Prüfung, Dauer, Finanzierung Die Meisterprüfung besteht aus vier eigenständigen Teilen, die nicht am selben Tag abgeleg...