Friseur
Friseure schneiden, färben und pflegen Haare, beraten zu Frisur und Kopfhaut und arbeiten dabei im engen Takt der Terminplanung.
16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Friseur verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.500 € | 2.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Das Friseurhandwerk liegt am unteren Rand der Handwerksberufe, und in vielen Regionen bestimmt der gesetzliche Mindestlohn faktisch die Einstiegsvergütung. Tarifverträge bestehen regional, ihre Bindung ist schwach. Verbreitet sind Provisionsmodelle auf Dienstleistung und Produktverkauf, die den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer gut ausgelasteten Kraft erheblich machen. Teilzeit ist im Gewerk verbreitet, die Werte hier beziehen sich jedoch auf Vollzeit.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Friseur?
Er arbeitet am Kopf des Kunden und am Terminkalender des Salons. Zum Handwerk gehören Waschen, Schneiden, Föhnen, Dauerwelle und Glättung, Farbe, Strähnen und Blondierung, Haarpflegebehandlungen, Kopfhautdiagnose, Hochsteckfrisuren, Bart- und Rasurarbeit sowie in vielen Salons Kosmetik, Wimpern und Nägel. Fachlich anspruchsvoll ist vor allem die Farbe: Ausgangston, Vorpigmentierung, Einwirkzeit und Haarstruktur entscheiden über ein Ergebnis, das sich nicht zurücknehmen lässt. Dazu kommt der wirtschaftliche Teil, den viele unterschätzen: Beratung, Verkauf von Pflegeprodukten, Auslastung des eigenen Stuhls und Kundenbindung bestimmen, ob ein Salon trägt. Gearbeitet wird im Stehen, in direktem Kontakt mit Menschen, und der Umgang mit sehr unterschiedlichen Erwartungen gehört genauso zum Beruf wie die Schere.
Wie wird man Friseur?
Über eine dreijährige duale Ausbildung im Friseurhandwerk. Das Friseurhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig; ein eigener Salon setzt den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung voraus, die nach § 7b der Handwerksordnung auch über sechs Jahre Gesellentätigkeit mit vier Jahren in leitender Stellung erreichbar ist. Nach der Gesellenprüfung sind Spezialisierungen üblich: Farbe, Langhaar und Braut, Barbier, Haarersatz oder Trichologie. Weiterführend gibt es den Friseurmeister, den Betriebswirt des Handwerks und Ausbildungen im Bereich Kosmetik. Viele Betriebe fördern Weiterbildung über Herstellerseminare, die fachlich viel bringen, aber keinen anerkannten Abschluss ersetzen.
Was der Beruf verlangt
Eine ehrliche Einordnung: Das Friseurhandwerk hat die niedrigsten Einstiegsverdienste unter den Handwerksberufen, und ein erheblicher Teil der Ausgebildeten verlässt den Beruf in den ersten Jahren. Wer das weiß und trotzdem einsteigt, sollte auch die gesundheitliche Seite kennen. Feuchtarbeit, Blondiermittel, Farben und Dauerwellpräparate belasten die Haut; schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen stehen in der Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung und werden im Friseurhandwerk häufiger anerkannt als in fast jedem anderen Beruf. Dazu kommen obstruktive Atemwegserkrankungen durch allergisierende Stoffe. Handschuhe, Hautschutzplan und Lüftung sind deshalb Pflicht und nicht Geschmackssache; zuständig ist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Körperlich fordern ständiges Stehen, Arbeit mit erhobenen Armen und die Samstagsarbeit, die zum Beruf gehört.
Aussichten
Die Zahl der Salons ist hoch, die Fluktuation ebenfalls, und genau daraus entsteht die Chance: Gute Kräfte mit eigener Kundschaft sind knapp und können Konditionen aushandeln, die deutlich über dem Einstieg liegen. Der Markt hat sich geteilt in Discountketten mit hohem Durchsatz und Salons mit Beratung, Farbe und höheren Preisen; wirtschaftlich sind das zwei verschiedene Berufe im selben Gewerk. Barbershops, Haarersatz und Kopfhautbehandlungen sind gewachsene Felder mit besseren Margen. Wege nach vorn führen über die Stuhlmiete, über die Salonleitung, über den Meisterbrief in die Selbständigkeit oder in Ausbildung und Seminararbeit bei einem Hersteller.
Aufgaben
- Haare waschen, schneiden und föhnen
- Farben, Strähnen und Blondierungen ausführen
- Dauerwellen und Glättungen durchführen
- Kopfhaut und Haarstruktur beurteilen und beraten
- Hochsteckfrisuren und Brautstyling gestalten
- Bartpflege und Rasur ausführen
- Pflegeprodukte empfehlen und verkaufen
- Termine planen und Hygienevorgaben einhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Friseurhandwerk
- Sicheres Farb- und Schnittwissen
- Freundlichkeit und Geduld im Kundengespräch
- Belastbarkeit für langes Stehen und Arbeit mit erhobenen Armen
- Bereitschaft zur Samstagsarbeit
- Gesundheitliche Eignung für Feuchtarbeit und Chemikalienkontakt
Wo man arbeitet
- Friseursalons und Barbershops
- Filialbetriebe großer Friseurketten
- Hotel-, Klinik- und Seniorenheimsalons
- Mobile Dienstleistung und Haarersatzstudios
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung im Friseurhandwerk dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Das Handwerk ist nach Anlage A der Handwerksordnung zulassungspflichtig; für einen eigenen Salon sind Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung nötig. Aufbauend gibt es den Friseurmeister und den Betriebswirt des Handwerks, dazu Spezialisierungen in Farbe, Langhaar, Barbier, Haarersatz und Kosmetik. Herstellerseminare ergänzen das fachlich, ersetzen aber keinen anerkannten Abschluss.
Offene Stellen als Friseur
In der Suche fortsetzenFriseurmeister als Trainer (m/w/d) in Linz
Friseur/in (m/w/d)
Passend dazu im Ratgeber
- Heben und Tragen: was die Verordnung wirklich sagt Die Lastenhandhabungsverordnung enthält keine allgemeine Kilogrammgrenze. Wie stattdessen...
- Persönliche Schutzausrüstung: Pflichten und Kosten Schuhe, Helm, Handschuhe, Gehörschutz: Wer sie stellt, wer sie tragen muss und was passier...
- Das Anschreiben für den Betrieb, in dem der Chef selbst liest In kleinen Handwerksbetrieben liest keine Personalabteilung, sondern der Inhaber – abends,...