Glaser
Glaser verarbeiten, montieren und setzen Glas instand, von der Isolierverglasung bis zur Ganzglastür; das Gewerbe ist zulassungspflichtig.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Glaser verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € |
Die Tarifbindung ist gering, und die Betriebe sind meist klein, weshalb Erfahrung und Einsatzfeld mehr wiegen als das Betriebsalter. Fenster- und Fassadenmontage wird besser bezahlt als reine Werkstattarbeit, und Betriebe mit Objektgeschäft zahlen über denen mit Privatkundschaft. Rufbereitschaft für den Glasnotdienst, Zuschläge für Nacht- und Wochenendeinsätze sowie Auslöse bei auswärtiger Montage kommen hinzu. Wer Aufmaß, Kalkulation und Baustellenführung übernimmt, liegt deutlich über der Mitte.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Glaser?
Er bringt Glas dorthin, wo es halten, dämmen, schützen und gut aussehen soll. § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser trennt zwei Fachrichtungen: Verglasung und Glasbau auf der einen, Fenster- und Glasfassadenbau auf der anderen Seite. Die erste arbeitet am Glas und seinen Konstruktionen, die zweite an den Bauelementen, die es tragen.
Zum Arbeitsfeld gehören der Zuschnitt und die Bearbeitung von Flachglas, das Schleifen und Bohren von Kanten, der Aufbau von Isolierglas, das Einsetzen von Scheiben in Holz-, Kunststoff- und Metallrahmen und der Austausch nach Glasbruch, der häufig als Notdienst kommt. Dazu kommen Ganzglastüren und Glastrennwände, Duschabtrennungen, Spiegel, Vitrinen und Ladenbau, Absturzsicherungen und begehbare Verglasungen, Brand- und Schallschutzverglasungen sowie im Fenster- und Fassadenbau das Fertigen, Liefern und Montieren kompletter Elemente. Ein eigener, kleiner Zweig ist die Restaurierung: Bleiverglasungen, Kirchenfenster und historische Sprossenfenster verlangen Techniken, die sonst kaum noch jemand beherrscht. Über der ganzen Arbeit stehen Normen und bauaufsichtliche Anforderungen, weil Glas in vielen Einbausituationen ein sicherheitsrelevantes Bauteil ist und der Nachweis der richtigen Glasart zum Auftrag gehört.
Die Bezeichnung kommt in diesem Bestand nur mit wenigen Anzeigen vor, was das Gewerk kleiner erscheinen lässt, als es ist. Betriebe schreiben ihre Stellen oft anders aus, etwa als Monteur im Fenster- und Fassadenbau, als Mitarbeiter Glasmontage, als Fensterbauer, als Autoglaser oder als Glasveredler, das seit der Reform der Handwerksordnung im Jahr 2020 wieder als eigenes zulassungspflichtiges Gewerbe geführt wird. Wer eine Stelle sucht, sollte diese Wörter mitlesen.
Wie wird man Glaser?
Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Glaserausbildungsverordnung drei Jahre dauert und in einer der beiden Fachrichtungen abgeschlossen wird. Das Gewerbe Glaser steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig; ein eigener Betrieb verlangt nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung die Eintragung in die Handwerksrolle, also den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung, die sechs Jahre Tätigkeit im Gewerbe mit vier Jahren in leitender Stellung voraussetzt. Die Verordnung über die Meisterprüfung im Glaser-Handwerk regelt die fachlichen Teile der Prüfung. Weiterführend sind der staatlich geprüfte Techniker der Fenster- und Fassadentechnik sowie die Restaurierung im Handwerk.
Was der Beruf verlangt
Kraft, Konzentration und Respekt vor dem Werkstoff. Glas ist schwer, große Scheiben werden nur zu mehreren oder mit Saugern, Hebegeräten und Kränen bewegt, und ein Bruch beim Tragen ist unmittelbar gefährlich. Schnittverletzungen sind die häufigsten Unfälle des Gewerks, weshalb Schnittschutz an Händen und Unterarmen zur Ausrüstung gehört. Gearbeitet wird zwischen Werkstatt und Montagestelle, oft im bewohnten Haus, auf Gerüsten und Hubarbeitsbühnen und bei Notdiensten auch nachts. Körperlich fordern das Heben und die Zwangshaltungen beim Einsetzen; die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt für solche Belastungen eigene Nummern, darunter Erkrankungen der Sehnenscheiden und bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule.
Aussichten
Das Gewerk hat zwei tragende Standbeine. Das erste ist die Sanierung: Alte Fenster werden gegen wärmedämmende Elemente getauscht, was durch Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden dauerhaft angetrieben wird. Das zweite ist der Schadenfall, der unabhängig von der Konjunktur anfällt und Notdienste beschäftigt. Dazu kommt ein wachsender Innenausbau mit Glas, von Trennwänden im Büro bis zur bodengleichen Dusche. Fachkräfte sind knapp, weil wenige ausgebildet werden, und wer Fassadenmontage, Absturzsicherung oder Restaurierung beherrscht, ist gesucht. Über den Meisterbrief bleibt der kleine eigene Betrieb ein realistischer Weg.
Aufgaben
- Flachglas zuschneiden, schleifen und bohren
- Isolierglas aufbauen und Scheiben einsetzen
- Glasbruch aufnehmen und im Notdienst ersetzen
- Ganzglastüren, Trennwände und Duschen montieren
- Fenster und Fassadenelemente fertigen und einbauen
- Brand-, Schall- und Absturzsicherungsverglasungen ausführen
- Bleiverglasungen und historische Fenster restaurieren
- Aufmaß nehmen, Kunden beraten und Glasarten nachweisen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Glaser
- Kenntnis von Glasarten, Aufbauten und Einbauvorschriften
- Sicherer Umgang mit Saugern, Hebegeräten und Montagetechnik
- Genaues Aufmaß und sauberes Arbeiten beim Kunden
- Körperliche Belastbarkeit für schwere Lasten
- Führerschein und Bereitschaft zu Notdiensten
Wo man arbeitet
- Glasereien und Glasbaubetriebe
- Fenster- und Fassadenbauunternehmen
- Isolierglas- und Glasveredelungsbetriebe
- Ladenbau und Innenausbau
- Notdienste für Glasschäden
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung dauert nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser drei Jahre; gewählt wird zwischen den Fachrichtungen Verglasung und Glasbau sowie Fenster- und Glasfassadenbau. Der Ausbildungsberuf ist für das Gewerbe Glaser der Anlage A der Handwerksordnung anerkannt und damit zulassungspflichtig; die Verordnung nennt dabei noch die frühere Gewerbenummer, weil sie älter ist als die heutige Fassung der Anlage. Für den eigenen Betrieb sind Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung nötig. Aufbauend folgen der Glasermeister, der staatlich geprüfte Techniker der Fenster- und Fassadentechnik und die Restaurierung im Handwerk.
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