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Maler & Lackierer

Industrielackierer

Industrielackierer beschichten Bauteile in der Serienfertigung; der amtliche Ausbildungsberuf dafür heißt Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik.

86 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Industrielackierer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.700 € 4.400 € 44.400 €

Die Spanne ist breit, weil neben ausgebildeten Verfahrensmechanikern viele angelernte Kräfte dieselbe Bezeichnung tragen. Tarifgebundene Industriebetriebe zahlen deutlich über den Lohnbeschichtern, und Schichtzuschläge machen im Dreischichtbetrieb einen erheblichen Teil des Monatsbetrags aus. Deutlich besser bezahlt wird, wer eine Anlage einfährt, Roboter programmiert oder als Anlagenführer die Prozessparameter verantwortet. Angegeben ist das Grundentgelt ohne Zuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Industrielackierer?

Er beschichtet Teile in Serie, nicht Fahrzeuge und nicht Gebäude. Das ist die Abgrenzung, um die es geht, denn drei Berufe tragen ähnliche Wörter im Namen und meinen sehr Verschiedenes. Der Maler und Lackierer arbeitet am Bauwerk, der Fahrzeuglackierer setzt beschädigte Fahrzeuge instand und trifft dabei einen vorhandenen Farbton, und im Industriebetrieb läuft die Beschichtung als Prozess: gleiche Teile, gleiche Parameter, gleiches Ergebnis, tausendfach und mit messbarer Schichtdicke.

Auch die Bezeichnung selbst gehört eingeordnet. Einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf namens Industrielackierer gibt es nicht; der amtliche Beruf für dieses Feld heißt Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik und ist in einer eigenen Verordnung geregelt, deren § 3 unter anderem das Vor- und Nachbehandeln von Oberflächen, das Anwenden von Applikationsverfahren, das Regeln von Produktionsprozessen und das Optimieren des Gesamtprozesses als Ausbildungsinhalte führt. In Anzeigen lebt das kürzere Wort weiter, weil es beschreibt, was gesucht wird.

Der Arbeitstag beginnt bei der Vorbehandlung, die über das Ergebnis mehr entscheidet als der Lack selbst: entfetten, strahlen, beizen, phosphatieren, spülen, trocknen. Danach folgt das Auftragen, je nach Betrieb als Pulverbeschichtung, als Tauchlackierung, als Nasslack von Hand oder über Roboter und Automaten in der Linie. Teile werden gehängt, abgedeckt, maskiert, durch Kabine und Trockner gefahren, entnommen, geprüft und verpackt. Die Prüfung ist ein eigener Teil der Arbeit: Schichtdicke messen, Haftung beurteilen, Glanz und Farbton vergleichen, Oberflächen auf Einschlüsse, Läufer und Krater durchsehen und bei Abweichungen die Anlage nachstellen, statt nur nachzuarbeiten. Dazu kommen Rüsten, Farbwechsel, Reinigen der Pistolen und Leitungen, Filterwechsel und die Instandhaltung der Fördertechnik.

Wie wird man Industrielackierer?

Auf zwei Wegen, die sich in der Praxis mischen. Der geordnete führt über die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, die nach § 2 der zugehörigen Verordnung drei Jahre dauert und mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Der häufigere führt über eine andere Metall- oder Lackiererausbildung oder über eine Anlernung im Betrieb, denn viele Stellen in der Beschichtung verlangen kein bestimmtes Zeugnis. Das erklärt, warum diese Bezeichnung in Anzeigen so oft vorkommt: Der Zugang ist offen, die Einarbeitung dauert Wochen bis Monate, und erst danach entscheidet sich, wer eine Anlage wirklich beherrscht. Eine Meisterpflicht besteht nicht, weil kein Gewerbe der Anlage A der Handwerksordnung diesen Namen trägt; weiter führen der Industriemeister und die Fortbildung im Bereich Oberflächen- und Lacktechnik.

Was der Beruf verlangt

Zuerst Umsicht im Umgang mit Gefahrstoffen. Lösemittel, Härter, Pulverlacke, Beizen und Reinigungsmittel fallen unter die Gefahrstoffverordnung, Lackierbereiche sind explosionsgefährdete Bereiche, und Atemschutz, Hautschutz und Absaugung sind keine Empfehlung, sondern Bedingung der Arbeit. Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt sowohl schwere Hauterkrankungen als auch Erkrankungen durch organische Lösungsmittel als eigene Nummern. Dazu kommen Schichtarbeit, Hitze an Trocknern, Lärm, das Heben von Warenträgern und die Monotonie eines Takts, der sich nicht verhandeln lässt.

Aussichten

Beschichtet wird überall dort, wo Metall vor Korrosion geschützt oder ein Produkt ansehnlich werden muss, also in Möbel-, Maschinen-, Fahrzeugzulieferer- und Bauelementeindustrie gleichermaßen. Der Bedarf bleibt hoch, die Bezahlung im Mittelfeld, und der Unterschied macht sich an der Anlage: Wer eine Pulveranlage einfährt, Roboter programmiert, Farbtöne und Prozessdaten beurteilt oder als Anlagenführer verantwortet, verdient deutlich mehr als wer nur hängt und abnimmt. Umweltauflagen zu Lösemitteln verschieben das Feld weiter zu Pulver- und Wasserlacksystemen, und genau dieses Wissen ist gefragt.

Aufgaben

  • Oberflächen entfetten, strahlen und vorbehandeln
  • Bauteile hängen, maskieren und abdecken
  • Pulver-, Tauch- und Nasslackverfahren anwenden
  • Applikationsanlagen und Roboter einrichten und bedienen
  • Schichtdicken, Haftung und Farbton prüfen
  • Farbwechsel, Rüsten und Reinigen durchführen
  • Prozessdaten erfassen und Abweichungen nachstellen
  • Beschichtungsfehler beurteilen und Nacharbeit ausführen

Voraussetzungen

  • Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik oder einschlägige Erfahrung
  • Kenntnis von Vorbehandlung, Beschichtungsstoffen und Trocknung
  • Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen und Schutzausrüstung
  • Sorgfalt bei Messung und Dokumentation
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Hitze, Staub und Hebearbeit

Wo man arbeitet

  • Pulverbeschichtungs- und Lohnlackierbetriebe
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Fahrzeugzulieferer mit eigener Lackierlinie
  • Metall-, Möbel- und Bauelementeindustrie
  • Korrosionsschutz- und Oberflächentechnikbetriebe

Der Weg in den Beruf

Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Der einschlägige Abschluss ist der Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, dessen Ausbildung nach § 2 der zugehörigen Verordnung drei Jahre dauert und deren § 3 Vorbehandlung, Applikationsverfahren, Prozessregelung und Umwelttechnik als Inhalte festlegt; geprüft wird vor der Industrie- und Handelskammer. Daneben kommen viele Beschäftigte aus anderen Metall- und Lackiererberufen oder über eine betriebliche Anlernung. Eine Meisterpflicht besteht nicht, weil kein Gewerbe der Anlage A der Handwerksordnung so heißt. Weiterführend sind der Industriemeister und Fortbildungen der Lack- und Oberflächentechnik.

Offene Stellen als Industrielackierer

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