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Kfz & Fahrzeugtechnik

Fahrzeuglackierer

Fahrzeuglackierer setzen beschädigte Fahrzeuge optisch instand und treffen dabei den vorhandenen Farbton; der Beruf gehört zum zulassungspflichtigen Maler- und Lackiererhandwerk.

33 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Fahrzeuglackierer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.600 € 4.300 € 43.200 €

Für das Maler- und Lackiererhandwerk gilt ein allgemeinverbindlicher Mindestlohn, der Gesellen und ungelernte Kräfte unterscheidet; darüber ist die Tarifbindung gering und die Streuung groß. Betriebe mit Flottenverträgen und Nutzfahrzeuglackierung zahlen besser als kleine Unfallbetriebe, und Leistungsentlohnung über Vorgabezeiten ist verbreitet, was den Verdienst an die Auslastung koppelt. Wer Farbtonbestimmung, Kalkulation und Schadenaufnahme übernimmt, liegt über der Mitte. Angegeben ist das Grundgehalt ohne leistungsabhängige Bestandteile.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fahrzeuglackierer?

Er bringt ein beschädigtes Fahrzeug in den Zustand zurück, in dem niemand mehr sieht, dass etwas war. Damit unterscheidet er sich klar von zwei benachbarten Berufen: Der Maler und Lackierer beschichtet Bauwerke, der Industrielackierer beschichtet gleiche Teile in Serie unter gleichen Parametern. Hier dagegen ist jedes Stück ein Einzelfall, und die eigentliche Kunst liegt im Übergang zur vorhandenen, gealterten Lackierung.

Die Arbeit beginnt mit der Schadenaufnahme und der Entscheidung, was instand gesetzt und was ersetzt wird. Dann folgen Demontage von Anbauteilen, Ausschleifen, Spachteln, Füllern, Schleifen, Abkleben und Konservieren der Hohlräume. Der heikle Teil ist der Farbton: Er wird über Mischformel, Farbtonkarte und Spektralfotometer bestimmt, an der Mischbank angesetzt, auf einem Musterblech ausgespritzt und mit dem Fahrzeug verglichen, bevor überhaupt lackiert wird. Danach werden Basislack und Klarlack in der Kabine aufgetragen, angrenzende Flächen beilackiert, damit der Übergang nicht abreißt, und die Trocknung gefahren. Zum Schluss kommen Polieren, Montage, Endkontrolle und Übergabe. Neben der Unfallinstandsetzung stehen Nutzfahrzeug- und Flottenlackierung, Beschriftungen, Design- und Effektlackierungen, die § 5 der Fahrzeuglackiererverordnung ausdrücklich als Ausbildungsinhalt nennt, sowie kleinere Verfahren zur örtlich begrenzten Ausbesserung. Gearbeitet wird eng mit dem Karosseriebauer, der die Form wiederherstellt, bevor die Oberfläche an der Reihe ist.

Wie wird man Fahrzeuglackierer?

Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer drei Jahre dauert. § 1 dieser Verordnung erkennt den Beruf sowohl nach dem Berufsbildungsgesetz als auch nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Maler und Lackierer der Anlage A an; die Verordnung nennt dabei noch die alte Gewerbenummer, weil sie älter ist als die heutige Fassung der Anlage. Wichtig ist das Ergebnis: Das Gewerbe ist zulassungspflichtig, und ein eigener Betrieb verlangt nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung die Eintragung in die Handwerksrolle, also den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung, die sechs Jahre Gesellentätigkeit mit vier Jahren in leitender Stellung voraussetzt. Weiter führen der Meister im Maler- und Lackiererhandwerk, der Techniker für Farb- und Lacktechnik sowie Herstellerlehrgänge der Lacksysteme.

Was der Beruf verlangt

Ein geschultes Auge und einen ruhigen Arm. Farbtonunterschiede, die im Halbdunkel niemand bemerkt, stehen im Tageslicht sofort im Raum, und eine Wolke im Klarlack kostet den ganzen Arbeitsgang. Dazu kommt die Belastung durch Gefahrstoffe: Zweikomponentenlacke enthalten Isocyanate, das Schleifen erzeugt feinen Staub, und Lackierbereiche sind explosionsgefährdete Bereiche, weshalb Frischluftatemschutz, Absaugung und Hautschutz zur Grundausstattung gehören. Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt Erkrankungen durch Isocyanate, Polyneuropathie oder Enzephalopathie durch organische Lösungsmittel und schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen als eigene Nummern. Körperlich fordern Zwangshaltungen beim Schleifen von Unterböden und Radläufen sowie Arbeit über Kopf.

Aussichten

Solange Fahrzeuge beschädigt werden, entsteht diese Arbeit, und sie ist von der Antriebsart unabhängig; ein Elektrofahrzeug wird nach einem Auffahrunfall genauso lackiert wie jedes andere. Der Druck kommt von anderer Seite: Versicherer rechnen nach Vorgabezeiten ab, Materialpreise steigen, und Betriebe reagieren mit Verfahren zur örtlich begrenzten Ausbesserung, die schneller und günstiger sind. Fachkräfte sind knapp, weil wenige ausgebildet werden, und wer Farbtonbestimmung und Beilackierung sicher beherrscht, ist in jedem Karosseriefachbetrieb gesucht. Wege nach vorn führen über die Werkstattleitung, den Meisterbetrieb und den Bereich der Nutzfahrzeug- und Sonderlackierung.

Aufgaben

  • Schäden aufnehmen und Instandsetzungsweg festlegen
  • Anbauteile demontieren und wieder montieren
  • Untergründe schleifen, spachteln und füllern
  • Farbtöne bestimmen, mischen und ausmustern
  • Basis- und Klarlack in der Kabine auftragen
  • Angrenzende Flächen beilackieren und Übergänge setzen
  • Beschriftungen sowie Design- und Effektlackierungen ausführen
  • Oberflächen polieren, prüfen und Fahrzeuge übergeben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Fahrzeuglackierer
  • Sicheres Farbsehen und Gefühl für Farbtongleichheit
  • Kenntnis moderner Lacksysteme und Trocknungsverfahren
  • Sorgfalt bei Vorbereitung und Abklebearbeiten
  • Umsicht im Umgang mit Gefahrstoffen und Atemschutz
  • Belastbarkeit für Zwangshaltungen und Arbeit über Kopf

Wo man arbeitet

  • Karosserie- und Lackierfachbetriebe
  • Autohäuser mit eigener Lackiererei
  • Nutzfahrzeug- und Aufbauhersteller
  • Flotten- und Buswerkstätten
  • Betriebe für Sonderlackierung und Beschriftung

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung dauert nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer drei Jahre. Nach § 1 dieser Verordnung ist der Beruf sowohl nach dem Berufsbildungsgesetz als auch nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Maler und Lackierer der Anlage A anerkannt; das Gewerbe ist damit zulassungspflichtig. Für den eigenen Betrieb sind der Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung nötig. Aufbauend folgen der Meister im Maler- und Lackiererhandwerk, der staatlich geprüfte Techniker für Farb- und Lacktechnik sowie Herstellerlehrgänge der Lacksysteme.

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