Karosseriebauer
Karosseriebauer richten, erneuern und fertigen Fahrzeugaufbauten; der Ausbildungsberuf heißt heute Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker und kennt drei Fachrichtungen mit sehr unterschiedlichem Zuschnitt.
67 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Karosseriebauer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 4.000 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € |
Der Verdienst hängt stärker vom Geschäftsmodell des Betriebs ab als von der Berufserfahrung. Unfallinstandsetzer arbeiten gegen kalkulierte Zeiten der Versicherer, was den Spielraum begrenzt, während Aufbautenhersteller und Nutzfahrzeugbetriebe im gewerblichen Geschäft besser zahlen. Herstellerfreigaben für Aluminium- und Klebereparaturen wirken sich unmittelbar aus, weil sie einem Betrieb Aufträge sichern. Leistungsbestandteile über Vorgabezeiten und Überstunden in Auftragsspitzen kommen hinzu. Angegeben ist das feste Grundgehalt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Karosseriebauer?
Er bringt Fahrzeugaufbauten wieder in Form oder baut sie neu. Die amtliche Bezeichnung des Ausbildungsberufs lautet Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker; die geltende Verordnung trat im August 2023 in Kraft und löste die Fahrzeugbaumechanikerausbildungsverordnung von 2014 ab. Das Gewerbe der Anlage A der Handwerksordnung heißt Karosserie- und Fahrzeugbauer, weshalb das kürzere Wort Karosseriebauer in Anzeigen weiterlebt.
Die Arbeit hat zwei Gesichter. In der Instandsetzung kommen Unfallfahrzeuge herein: Der Schaden wird aufgenommen, das Fahrzeug auf der Richtbank vermessen und gerichtet, Blechteile werden getrennt, ersetzt, gefügt und verzinnt, Klebe- und Nietverbindungen an Aluminium- und Mischbaukarosserien hergestellt, Korrosionsschutz und Hohlraumversiegelung wieder aufgebaut, Anbauteile und Verglasung montiert und Assistenzsysteme nach dem Zusammenbau kalibriert. Im Fahrzeugbau entstehen dagegen Aufbauten und Sonderfahrzeuge: Kofferaufbauten, Kippanlagen, Rettungs- und Kommunalfahrzeuge, Anhänger, Innenausbauten. Dort verbinden sich Blecharbeit, Schweißen, Montage von Hydraulik und Elektrik sowie die Beachtung der fahrzeugtechnischen Vorschriften für Abnahme und Zulassung.
Wie wird man Karosseriebauer?
Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikerausbildungsverordnung dreieinhalb Jahre dauert. Der Beruf ist zugleich nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes und nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Karosserie- und Fahrzeugbauer der Anlage A anerkannt. Die Ausbildung gliedert sich nach § 4 in fachrichtungsübergreifende Inhalte und eine der Fachrichtungen Karosserieinstandhaltungstechnik, Karosserie- und Fahrzeugbautechnik oder Caravan- und Reisemobiltechnik. Ergänzend kommen Schweiß- und Klebnachweise für moderne Karosseriewerkstoffe hinzu, die viele Hersteller für Reparaturfreigaben verlangen. Weiterführend sind der Meister im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk, für den eine eigene Meisterprüfungsverordnung aus dem Jahr 2020 gilt, sowie der staatlich geprüfte Techniker der Fahrzeugtechnik.
Was der Beruf verlangt
Das Gewerbe steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig; die selbständige Ausübung setzt nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung den Eintrag in die Handwerksrolle voraus, also den Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung. Fachlich verlangt der Beruf ein Auge für Flächen und Spaltmaße, das sich nur durch Übung einstellt, und die Bereitschaft, Herstellervorgaben genau zu befolgen, weil an modernen Karosserien Werkstoff und Fügeverfahren die Sicherheit im nächsten Unfall bestimmen. Körperlich fordern Zwangshaltungen, Lärm, Staub und das Arbeiten über Kopf.
Aussichten
Der Bestand an Fahrzeugen ist groß, und Unfallschäden fallen unabhängig von der Antriebsart an. Gleichzeitig verändert sich die Arbeit: Mehr Aluminium, mehr hochfeste Stähle, mehr Klebeverbindungen, mehr Sensorik in Stoßfängern und Scheiben, und jede dieser Entwicklungen verlangt Freigaben und Schulungen, die kleine Betriebe nicht immer leisten. Wer sie hat, arbeitet in gefragter Position. Der Fahrzeugbau für Kommunen, Rettungsdienste und Handwerk bietet zudem stabile Beschäftigung abseits des Unfallgeschäfts. Mit dem Meisterbrief führen die Wege in die Werkstattleitung, die Schadenkalkulation oder den eigenen Betrieb.
Aufgaben
- Unfallschäden aufnehmen und Fahrzeuge vermessen
- Karosserien auf der Richtbank richten
- Blechteile trennen, ersetzen und fügen
- Kleb- und Nietverbindungen nach Herstellervorgabe herstellen
- Korrosionsschutz und Hohlraumversiegelung wiederherstellen
- Aufbauten und Sonderfahrzeuge fertigen und montieren
- Anbauteile montieren und Assistenzsysteme kalibrieren
- Arbeiten dokumentieren und Reparaturwege belegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker
- Erfahrung mit Richtbank, Schweißen und Klebetechnik
- Kenntnisse moderner Karosseriewerkstoffe
- Genauigkeit bei Flächen, Spaltmaßen und Vermessung
- Sorgfalt bei Herstellervorgaben und Dokumentation
- Führerschein Klasse B
Wo man arbeitet
- Karosseriefachbetriebe und Unfallinstandsetzer
- Markenwerkstätten mit Karosserieabteilung
- Fahrzeug- und Aufbautenhersteller
- Nutzfahrzeug- und Anhängerbau
- Oldtimer- und Sonderfahrzeugbau
Der Weg in den Beruf
Duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren nach § 2 der Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikerausbildungsverordnung, die im August 2023 in Kraft trat. Der Beruf ist nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes und nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Karosserie- und Fahrzeugbauer der Anlage A anerkannt. Nach § 4 wird eine der Fachrichtungen Karosserieinstandhaltungstechnik, Karosserie- und Fahrzeugbautechnik oder Caravan- und Reisemobiltechnik gewählt. Ergänzend werden Schweiß- und Klebnachweise für moderne Karosseriewerkstoffe erworben. Aufbauend folgen der Meister im Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk und der staatlich geprüfte Techniker der Fahrzeugtechnik.
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