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Metallbau & Schweißtechnik

Schweißer

Schweißer verbinden Metall dauerhaft durch Schmelzen; Schweißer ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Qualifikation mit befristeten Prüfungen nach Verfahren und Position.

241 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Schweißer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €

Kaum eine Tätigkeit im Metallbereich streut so stark, weil nicht die Berufsjahre, sondern die vorgelegten Prüfungen bezahlt werden. Wer nur an einer Vorrichtung im Schutzgasverfahren heftet, liegt am unteren Rand; wer Rohrnähte im Wolfram-Inertgasverfahren in Zwangslage an Edelstahl schweißt und dafür geprüft ist, am oberen. Hinzu kommen Montagezuschläge, Auslöse und Überstunden bei Stillstandsarbeiten, die in Revisionszeiten den Monatsbetrag erheblich anheben. Angegeben ist das Grundgehalt ohne diese Zulagen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Schweißer?

Er stellt Verbindungen her, die halten müssen, weil ein Versagen selten harmlos ist. Anders als bei den meisten Bezeichnungen dieses Portals steht dahinter kein Ausbildungsberuf. Schweißer ist eine Qualifikation, die durch Prüfungen nachgewiesen wird, und die Prüfung gilt nicht pauschal, sondern jeweils für ein Verfahren, eine Werkstoffgruppe, einen Werkstückbereich und eine Position. Wer im Lichtbogenhandschweißen an Stahl in Zwangslage geprüft ist, darf damit nicht automatisch Aluminium im Schutzgasverfahren über Kopf schweißen. Diese Prüfungen sind zudem befristet und müssen durch regelmäßige Bestätigung oder erneute Prüfung aufrechterhalten werden, weshalb Bewerbungsunterlagen in diesem Feld immer die gültigen Zeugnisse enthalten sollten.

Die täglichen Verfahren unterscheiden sich stark. Das Metall-Schutzgasschweißen ist schnell und beherrscht den Stahlbau und die Blechfertigung, das Wolfram-Inertgasschweißen liefert die sauberste Naht und wird für Edelstahl, Aluminium und Rohrleitungen im Apparatebau gebraucht, das Lichtbogenhandschweißen ist auf Baustellen unabhängig von Wind und Zugänglichkeit, das Unterpulverschweißen fügt dicke Bleche in der Werkstatt. Zur eigentlichen Naht kommt die Vorbereitung: Fugenform, Sauberkeit, Spaltmaß, Vorwärmen, Heftfolge und die Frage, in welcher Reihenfolge geschweißt wird, damit das Bauteil hinterher noch gerade ist. Nach der Naht folgen Sichtprüfung und, bei tragenden Bauteilen, zerstörungsfreie Prüfungen.

Wie wird man Schweißer?

Fast immer über einen Metallberuf und die darauf aufbauenden Prüfungen. Die naheliegenden Ausbildungen sind der Konstruktionsmechaniker mit dem Einsatzgebiet Schweißtechnik und der Metallbauer, der nach § 2 seiner Ausbildungsverordnung dreieinhalb Jahre dauert; ebenso führen Industriemechaniker und Anlagenmechaniker in dieses Feld. Daneben gibt es den Weg über Lehrgänge an Schweißtechnischen Lehranstalten, die auch Quereinsteiger auf die Prüfungen vorbereiten. Wer weiterkommen will, legt Prüfungen in mehreren Verfahren und Positionen ab und qualifiziert sich anschließend zum Schweißwerkmeister, zum Schweißfachmann oder zum Schweißtechniker, um Aufsicht und Verantwortung im Betrieb zu übernehmen.

Was der Beruf verlangt

Vor allem eine ruhige Hand und Gleichmäßigkeit über Stunden, denn die Qualität einer Naht entsteht aus konstanter Geschwindigkeit und konstantem Abstand. Dazu kommen Belastungen, die diesen Beruf prägen: Hitze, Rauch, Lärm, Zwangshaltungen in engen Bauteilen, Arbeit unter Schutzausrüstung und auf Montage in Höhe und bei Wetter. Der Arbeitsschutz verlangt Absaugung und Atemschutz, weil Schweißrauch als gesundheitsschädlich gilt. Ein Meisterbrief ist für die Tätigkeit nicht nötig; wer allerdings selbständig Metallbau betreibt, fällt nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung unter die Zulassungspflicht des Metallbauer-Handwerks der Anlage A.

Aussichten

Der Bedarf ist groß und wächst dort, wo gebaut und umgebaut wird: Stahlbau, Rohrleitungs- und Behälterbau, Energieinfrastruktur, Schiffbau, Instandsetzung. Automatisierte Schweißanlagen übernehmen die gleichförmige Serienarbeit, während Einzelstücke, Baustellennähte und Reparaturen weiterhin von Hand entstehen. Wer Prüfungen in mehreren Verfahren und Zwangslagen vorweisen kann, insbesondere im Wolfram-Inertgasschweißen an Edelstahl und an Rohren, gehört zu den gesuchtesten Fachkräften des gesamten Metallbereichs und kann auch international arbeiten.

Aufgaben

  • Nähte nach Verfahren und Zeichnung ausführen
  • Fugen vorbereiten, heften und Bauteile ausrichten
  • Schweißfolge festlegen und Verzug beherrschen
  • Bauteile vorwärmen und Zwischenlagen kontrollieren
  • Nähte sichtprüfen und nacharbeiten
  • Bauteile in der Werkstatt und auf der Baustelle fügen
  • Prüfzeugnisse und Schweißnachweise führen

Voraussetzungen

  • Gültige Schweißerprüfungen für die geforderten Verfahren und Positionen
  • Abschluss in einem Metallberuf oder gleichwertige Lehrgänge
  • Sicheres Lesen von Zeichnungen und Schweißsymbolen
  • Körperliche Belastbarkeit und ruhige Hand
  • Bereitschaft zu Montage, Höhe und Zwangslagen
  • Sorgfalt bei Vorbereitung und Nachweisführung

Wo man arbeitet

  • Stahl- und Metallbaubetriebe
  • Rohrleitungs-, Behälter- und Apparatebau
  • Werften und Offshore-Zulieferer
  • Kraftwerke und Industrieanlagen im Service
  • Fahrzeug- und Maschinenbau

Der Weg in den Beruf

Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Üblich ist ein Metallberuf als Grundlage, etwa der Konstruktionsmechaniker mit dem Einsatzgebiet Schweißtechnik nach der Verordnung über die industriellen Metallberufe oder der Metallbauer nach § 2 seiner Ausbildungsverordnung, jeweils dreieinhalb Jahre. Darauf setzen Schweißerprüfungen auf, die getrennt nach Verfahren, Werkstoffgruppe und Position abgelegt, befristet erteilt und regelmäßig verlängert werden. Aufbauend folgen Schweißwerkmeister, Schweißfachmann und Schweißtechniker.

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