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Tiefbaufacharbeiter

Tiefbaufacharbeiter bauen Straßen, Kanäle, Leitungen und Gleise; der Abschluss ist die zweijährige erste Stufe der Tiefbauberufe und in Anzeigen seltener als die Berufe, die darauf aufbauen.

19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Tiefbaufacharbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.100 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.300 € 3.700 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €

Am Bau gelten allgemeinverbindliche Tarifverträge mit Mindestlöhnen und einer Einordnung nach Berufsgruppen, weshalb die Spanne enger ist als in vielen Handwerksgewerken. Der zweijährige Abschluss wird niedriger eingruppiert als die dreijährigen Tiefbauberufe, was den Anreiz erklärt, das dritte Jahr anzuhängen. Auslöse bei auswärtigen Baustellen, Erschwerniszuschläge und Überstunden in der Bausaison kommen hinzu und machen im Sommer einen erheblichen Teil des Verdienstes aus. Wer Baugeräte führt oder als Vorarbeiter eine Kolonne leitet, liegt deutlich darüber.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Tiefbaufacharbeiter?

Er arbeitet an dem, was später unter der Oberfläche liegt oder sie trägt. Der Beruf ist die erste Stufe der Tiefbauberufe und in fünf Schwerpunkte gegliedert, die § 3 der Tiefbauberufeausbildungsverordnung nennt: Straßenbauarbeiten, Kanalbauarbeiten für Infrastrukturtechnik, Leitungsbauarbeiten für Infrastrukturtechnik, Brunnenbau- und Spezialtiefbauarbeiten sowie Gleisbauarbeiten. Je nach Schwerpunkt sieht der Tag anders aus, die Grundlagen bleiben dieselben.

Zu ihnen gehören Absicherung und Einrichtung der Baustelle, Vermessen und Abstecken, Lösen und Bewegen von Boden, Herstellen und Sichern von Gräben und Baugruben mit Verbau, Verlegen von Rohren und Kabeln in der Leitungszone, Einbau und Verdichtung von Tragschichten, Setzen von Bordsteinen, Schächten und Einläufen, Pflaster- und Plattenarbeiten sowie das Wiederherstellen der Oberfläche. Dazu kommen der Umgang mit Baugeräten und Verdichtungstechnik, das Lesen von Plänen und Leitungsauskünften und die Sorgfalt, fremde Leitungen nicht zu beschädigen, was im Tiefbau der häufigste und teuerste Fehler ist.

Die Bezeichnung kommt in Anzeigen deutlich seltener vor als die Arbeit selbst, und das hat einen einfachen Grund: Betriebe schreiben lieber den Beruf aus, der am Ende der Stufenausbildung steht. Wer solche Stellen sucht, sollte deshalb ebenso nach Straßenbauer, Kanalbauer, Rohrleitungsbauer, Gleisbauer, Brunnenbauer, Spezialtiefbauer, Baugeräteführer oder schlicht nach Facharbeiter im Tiefbau sehen. In diesem Bestand steht der Titel entsprechend nur mit wenigen Anzeigen.

Wie wird man Tiefbaufacharbeiter?

Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 Absatz 1 der Tiefbauberufeausbildungsverordnung zwei Jahre dauert. § 1 Absatz 1 derselben Verordnung erkennt den Beruf nach § 25 der Handwerksordnung für die Gewerbe Straßenbauer und Brunnenbauer der Anlage A sowie nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes an; der Abschluss zählt also im Handwerk wie in der Bauindustrie. Gedacht ist er als Zwischenschritt: Mit einem dritten Jahr wird daraus der Straßenbauer, der Kanalbauer für Infrastrukturtechnik, der Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik, der Brunnenbauer, der Spezialtiefbauer oder der Gleisbauer, die die Verordnung jeweils mit drei Jahren führt. Danach folgen Vorarbeiter, Werkpolier und Polier, der geprüfte Meister im zugehörigen Gewerbe und der staatlich geprüfte Bautechniker.

Was der Beruf verlangt

Körperliche Belastbarkeit und Sicherheitsbewusstsein im Graben. Gearbeitet wird ganzjährig im Freien, im Lärm, im Staub und neben fließendem Verkehr; schwere Lasten, Vibration durch Verdichtungsgeräte und dauernde Arbeit in gebückter und kniender Haltung gehören dazu. Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt für diese Belastungen eigene Nummern, darunter Erkrankungen durch Erschütterung bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen, Lärmschwerhörigkeit und Gonarthrose durch Tätigkeit im Knien. Die größte Gefahr bleibt der ungesicherte Graben: Ein Verbau, der nicht gesetzt wurde, ist die Ursache der schwersten Unfälle dieses Gewerks. Hinzu kommt die Saison, denn im Winter ruhen viele Baustellen; das Saison-Kurzarbeitergeld nach § 101 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch betrifft auch diese Betriebe.

Aussichten

Die Arbeit geht nicht aus. Wasser- und Abwassernetze sind alt und müssen erneuert werden, Glasfaser wird flächendeckend verlegt, Fernwärmenetze wachsen, Stromtrassen brauchen Kabelgräben, und der Straßenbestand fordert seinen dauernden Unterhalt. Diese Programme laufen unabhängig vom Hochbau und machen den Tiefbau zu einem der stabilsten Felder am Bau. Wer den dritten Ausbildungsabschnitt anhängt, Baugeräte führen darf oder Verbau und Vermessung beherrscht, verbessert seine Lage sofort; der Weg über Vorarbeiter und Polier ist im Gewerk der übliche Aufstieg.

Aufgaben

  • Baustellen absichern, einrichten und Verkehrsführungen aufbauen
  • Vermessen, abstecken und Höhen übertragen
  • Boden lösen, bewegen und Gräben herstellen
  • Verbau setzen und Baugruben sichern
  • Rohre, Kabel und Schächte verlegen und einbauen
  • Trag- und Frostschutzschichten einbauen und verdichten
  • Bordsteine setzen sowie pflastern und plattieren
  • Baugeräte und Verdichtungstechnik bedienen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Tiefbauberuf
  • Kenntnis von Verbau, Verdichtung und Leitungszonen
  • Sicheres Lesen von Plänen und Leitungsauskünften
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien
  • Sicherheitsbewusstsein im Graben und im Verkehrsraum
  • Führerschein und Berechtigung für Baugeräte von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Straßen- und Tiefbauunternehmen
  • Kanal- und Rohrleitungsbaubetriebe
  • Netzbetreiber für Wasser, Strom und Glasfaser
  • Gleisbau- und Spezialtiefbaufirmen
  • Kommunale Bauhöfe und Eigenbetriebe

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung dauert nach § 2 Absatz 1 der Tiefbauberufeausbildungsverordnung zwei Jahre und wird nach § 3 in einem der Schwerpunkte Straßenbau, Kanalbau, Leitungsbau, Brunnenbau und Spezialtiefbau oder Gleisbau durchgeführt. § 1 Absatz 1 der Verordnung erkennt den Beruf nach § 25 der Handwerksordnung für die Gewerbe Straßenbauer und Brunnenbauer der Anlage A sowie nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes an. Mit einem weiteren Jahr folgt einer der dreijährigen Berufe der Verordnung, etwa Straßenbauer, Kanalbauer für Infrastrukturtechnik, Brunnenbauer oder Gleisbauer. Aufbauend stehen Vorarbeiter, Polier, Meister und Bautechniker offen.

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