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Bau & Ausbau

Straßenbauer

Straßenbauer bauen und erhalten Fahrbahnen, Wege und Plätze, vom Unterbau über die Tragschichten bis zur Decke aus Asphalt oder Pflaster.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Straßenbauer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.400 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.500 € 4.000 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €

Der Straßenbau gehört zum Bauhauptgewerbe mit allgemeinverbindlichem Mindestlohn und vergleichsweise hoher Tarifbindung, weil öffentliche Auftraggeber Tariftreue verlangen. Über den Grundlohn hinaus wirken Erschwerniszuschläge, Nacht- und Wochenendzuschläge sowie Auslöse bei auswärtiger Montage, die im Autobahn- und Fernstraßenbau die Regel ist. Maschinenführer und Kolonnenführer liegen deutlich über der Fläche. Der Winter senkt das Jahresmittel, weil der Asphalteinbau weitgehend ruht.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Straßenbauer?

Er baut den Untergrund des Verkehrs. Dazu gehören Erdarbeiten und Verdichtung, Frostschutz- und Tragschichten, Entwässerung mit Rinnen, Schächten und Einläufen, Bordsteine und Randbefestigungen, Pflasterflächen aus Beton- oder Natursteinen sowie Asphaltdecken, die in kurzer Zeit bei hoher Temperatur eingebaut und verdichtet werden müssen. Ein großer Teil der Aufträge ist Erhaltung statt Neubau: Deckensanierung, Flickstellen, Anpassung von Schachtdeckeln, Bau von Radwegen, barrierefreie Bushaltestellen, Hofflächen und Betriebsgelände. Gearbeitet wird unter Verkehr, hinter Absperrungen und häufig in Nacht- oder Wochenendschichten, weil Hauptstraßen tagsüber nicht gesperrt werden können. Die Kolonne arbeitet eng mit Maschinen zusammen: Bagger, Walze, Fertiger, Rüttelplatte und Fräse bestimmen den Takt.

Wie wird man Straßenbauer?

Über die Stufenausbildung der Bauwirtschaft: nach zwei Jahren der Tiefbaufacharbeiter, im dritten Jahr die Gesellenprüfung als Straßenbauer. Das Straßenbauerhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig; ein eigener Betrieb setzt Meisterbrief oder Ausübungsberechtigung voraus, die nach § 7b der Handwerksordnung auch über sechs Jahre Gesellentätigkeit mit vier Jahren in leitender Stellung erreichbar ist. Viele Beschäftigte arbeiten allerdings in größeren Bauunternehmen, in denen der Weg über Vorarbeiter, geprüften Polier und Werkpolier führt. Zusatzqualifikationen für Baumaschinenführung, Verkehrssicherung von Arbeitsstellen und Asphalttechnik sind im Gewerk gefragt.

Was der Beruf verlangt

Arbeit im Freien, im Lärm und neben fließendem Verkehr. Die Verkehrssicherung ist deshalb kein Nebenthema, sondern eine eigene Qualifikation; Unfälle an Arbeitsstellen gehen fast immer von der Straße aus und nicht von der Baustelle. Hitze ist der zweite Faktor: Asphalt wird heiß eingebaut, im Sommer steht die Kolonne zwischen Sonne und Mischgut, und Dämpfe aus Bitumen sind ein Arbeitsschutzthema mit eigenen technischen Regeln. Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt Lärmschwerhörigkeit, Erkrankungen durch Erschütterung bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen, vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen sowie bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule, und alle vier passen zum Alltag dieses Gewerks. Im Winter ruht der Asphalteinbau weitgehend, weshalb das Saison-Kurzarbeitergeld nach § 101 SGB III und das Wintergeld nach § 102 SGB III hier regelmäßig in Anspruch genommen werden.

Aussichten

Die Auftragslage hängt an öffentlichen Haushalten, und die sind für dieses Gewerk eher ein Vorteil: Der Erhaltungsrückstand bei Straßen, Brücken und Radwegen ist groß und wird über Jahre abgearbeitet, unabhängig davon, wie viele Wohnungen gebaut werden. Kommunale Auftraggeber vergeben regelmäßig, und Rahmenverträge sorgen für Grundauslastung. Gesucht werden vor allem Fachkräfte, die Maschinen sicher führen und Höhen sowie Gefälle nach Plan umsetzen können, weil die Entwässerung über die Haltbarkeit entscheidet. Weiterführende Wege gehen über Vorarbeiter und Polier in die Bauleitung, über Maschinenqualifikationen in besser bezahlte Spezialtätigkeiten und über den Meisterbrief in einen eigenen Betrieb für Pflaster- und Hofflächen.

Aufgaben

  • Erdarbeiten ausführen und Untergrund verdichten
  • Frostschutz- und Tragschichten einbauen und profilieren
  • Entwässerung, Schächte und Einläufe setzen
  • Bordsteine, Rinnen und Randbefestigungen versetzen
  • Pflasterflächen aus Beton- und Naturstein verlegen
  • Asphaltdecken einbauen, abziehen und verdichten
  • Arbeitsstellen nach Regelplan absichern und beschildern
  • Höhen und Gefälle mit Nivelliergerät und Laser übertragen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Straßenbauer oder Tiefbaufacharbeiter
  • Sicheres Arbeiten neben fließendem Verkehr
  • Erfahrung mit Rüttelplatte, Walze und kleiner Baumaschine
  • Körperliche Belastbarkeit bei Hitze, Lärm und Staub
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Schichtarbeit
  • Führerschein, häufig mit Anhänger- oder Lastwagenklasse

Wo man arbeitet

  • Straßen- und Tiefbauunternehmen
  • Kommunale Bauhöfe und Straßenmeistereien
  • Garten- und Landschaftsbaubetriebe mit Pflasterabteilung
  • Betriebe für Verkehrssicherung und Arbeitsstellenabsicherung

Der Weg in den Beruf

Drei Jahre Stufenausbildung der Bauwirtschaft mit Betrieb, Berufsschule und überbetrieblichem Lehrgang; nach zwei Jahren der Tiefbaufacharbeiter, danach die Gesellenprüfung zum Straßenbauer. Das Gewerk ist nach Anlage A der Handwerksordnung zulassungspflichtig. Betrieblich folgen Vorarbeiter, geprüfter Polier und Werkpolier, daneben Qualifikationen für Baumaschinenführung, Verkehrssicherung und Asphalttechnik. Der Techniker für Bautechnik und ein Bauingenieurstudium stehen auch ohne Abitur offen.

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