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Gesundheitshandwerk

Augenoptiker

Augenoptiker bestimmen Sehstärken, beraten zur Brille und fertigen und reparieren Sehhilfen in der eigenen Werkstatt.

93 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Augenoptiker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.100 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Im Augenoptikerhandwerk bestehen regionale Tarifverträge mit unterschiedlicher Bindung; Filialketten zahlen häufig nach eigenen Haustarifen mit Provisionsanteil auf den Umsatz, was den Monatsbetrag je nach Standort und Auslastung merklich bewegt. Meister und Filialleitungen liegen deutlich über Gesellen, weil an ihnen die fachliche Verantwortung hängt. Zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen sind die Abstände geringer als in den Bauberufen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Augenoptiker?

Er verbindet Messung, Beratung und Werkstatt. Am Anfang steht die Refraktionsbestimmung, also die Ermittlung der Sehstärke mit Messbrille, Phoropter und Autorefraktometer, dazu die Prüfung des beidäugigen Sehens und die Zentrierung nach individuellen Maßen. Danach folgt die Beratung zu Glasart, Entspiegelung, Gleitsicht und Fassung, und schließlich die Werkstatt: Gläser randen, in Fassungen einarbeiten, Bohrbrillen fertigen, anpassen, richten und reparieren. Kontaktlinsenanpassung ist ein eigener Bereich mit Messung der Hornhaut, Auswahl der Linse und Nachkontrolle. Hinzu kommen Sehhilfen für Beruf und Sport, vergrößernde Sehhilfen für Menschen mit stark eingeschränktem Sehen und die Abgrenzung zur Medizin: Wer Auffälligkeiten bemerkt, verweist an den Augenarzt, denn Diagnose und Therapie von Augenerkrankungen sind nicht Sache des Handwerks.

Wie wird man Augenoptiker?

Über eine dreijährige duale Ausbildung im Augenoptikerhandwerk. Das Gewerk gehört zu den Gesundheitshandwerken und wird von der Handwerksordnung strenger behandelt als die übrigen Handwerke der Anlage A: Es ist zulassungspflichtig, und die Ausübungsberechtigung für erfahrene Gesellen nach § 7b der Handwerksordnung ist für die Gesundheitshandwerke ausdrücklich ausgeschlossen. Wer einen eigenen Betrieb führen will, braucht hier tatsächlich den Meisterbrief. Der Meister ist zugleich fachliche Voraussetzung für die Abgabe von Sehhilfen in eigener Verantwortung. Weiterführend gibt es den staatlich geprüften Augenoptiker, die Fachwirtausbildung und ein Studium der Augenoptik und Optometrie, das die Untersuchungskompetenz deutlich erweitert.

Was der Beruf verlangt

Zwei Arbeitsweisen an einem Tag. Am Menschen zählen Geduld, Genauigkeit beim Messen und die Fähigkeit, Befunde verständlich zu erklären, ohne eine ärztliche Diagnose zu stellen; in der Werkstatt zählen Feinmotorik, Maßhaltigkeit und der sichere Umgang mit Schleifautomat, Bohrer und Messgerät. Dazu kommt der kaufmännische Teil, denn Brillen sind Handelsware, und die Beratung endet in einem Verkaufsgespräch. Die gesundheitliche Belastung ist gering im Vergleich zu den Bauberufen, doch langes Stehen, Bildschirm- und Nahsehtätigkeit sowie Staub und Kühlmittel in der Werkstatt sind reale Themen. Wirtschaftlich prägend ist die Abgrenzung zwischen Privatleistung und Kassenversorgung: Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt Sehhilfen nur in engen Grenzen nach § 33 SGB V, und wer Hilfsmittel zulasten der Kassen abgibt, braucht Verträge und einen Präqualifizierungsnachweis nach § 126 SGB V.

Aussichten

Die Bevölkerung altert, die Bildschirmarbeit nimmt zu, Kurzsichtigkeit bei Kindern wird häufiger, und die Nachfrage nach Gleitsicht- und Spezialgläsern wächst entsprechend. Zugleich ist der Markt zwischen Filialketten, Onlinehandel und inhabergeführten Fachgeschäften stark umkämpft, und der Preisdruck auf das Standardgeschäft ist hoch. Wer sich in Kontaktlinse, Kindersehen, Optometrie oder vergrößernden Sehhilfen spezialisiert, arbeitet in Feldern, die der Onlinehandel nicht bedienen kann. Die Meisterpflicht hält das Qualifikationsniveau hoch und macht den Meisterbrief zum entscheidenden Karriereschritt, sei es für die Filialleitung, für die Selbständigkeit oder für den Einstieg in die Optometrie.

Aufgaben

  • Sehstärken bestimmen und beidäugiges Sehen prüfen
  • Zu Gläsern, Fassungen und Veredelungen beraten
  • Gläser randen, einarbeiten und zentrieren
  • Brillen anpassen, richten und reparieren
  • Kontaktlinsen anpassen und Nachkontrollen durchführen
  • Vergrößernde Sehhilfen auswählen und einstellen
  • Bei Auffälligkeiten an den Augenarzt verweisen
  • Kassen- und Privatabrechnung vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Augenoptikerhandwerk
  • Sicherheit in Refraktion und Zentrierung
  • Feinmotorik für Werkstattarbeit an Glas und Fassung
  • Freude an Beratung und Verkauf
  • Verständnis für die Grenze zur augenärztlichen Diagnostik
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Abrechnung

Wo man arbeitet

  • Inhabergeführte Augenoptikfachgeschäfte
  • Filialen großer Optikerketten
  • Werkstätten und Zentralfertigungen
  • Kliniken und Praxen mit optischer Versorgung

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung im Augenoptikerhandwerk dauert drei Jahre. Das Gewerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und gehört zu den Gesundheitshandwerken, für die die Ausübungsberechtigung erfahrener Gesellen nach § 7b der Handwerksordnung ausdrücklich nicht gilt; der eigene Betrieb setzt deshalb den Meisterbrief voraus. Weiterführend gibt es den staatlich geprüften Augenoptiker, den Fachwirt und das Studium der Augenoptik und Optometrie.

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