Hörakustiker
Hörakustiker messen das Hörvermögen, passen Hörsysteme individuell an und betreuen ihre Kundschaft über die gesamte Tragedauer.
32 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hörakustiker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.900 € | 56.400 € |
Das Gewerk zahlt über dem Durchschnitt des Handwerks, weil zum Grundgehalt fast überall Provisionen auf Versorgungen kommen; deren Anteil schwankt mit Standort, Kundenstruktur und Eigenanteilsbereitschaft erheblich. Filialketten arbeiten mit Zielvereinbarungen, inhabergeführte Betriebe eher mit festen Zuschlägen. Meister und Filialleitungen liegen klar über Gesellen, weil die fachliche Leitung und die Kassenverträge an ihnen hängen. Regionale Unterschiede fallen geringer aus als im Bau.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hörakustiker?
Er versorgt Menschen mit eingeschränktem Gehör und begleitet sie danach. Der Ablauf beginnt mit der Anamnese und der Otoskopie, führt über Ton- und Sprachaudiometrie zur Auswahl des Hörsystems, zur Abformung des Gehörgangs und zur Fertigung des Ohrpassstücks in der eigenen Werkstatt. Dann folgt der eigentliche Kern des Berufs: die Feinanpassung am Rechner, in mehreren Sitzungen, mit Messungen am Trommelfell und mit der Rückmeldung des Trägers als wichtigstem Maßstab. Danach beginnt die Nachbetreuung mit Kontrollen, Reinigung, Reparatur und Neuanpassung bei verändertem Hörvermögen. Hinzu kommen Gehörschutz für Beruf und Musik, Versorgung von Kindern in Zusammenarbeit mit Pädaudiologen sowie Tinnitusversorgung. Die Verordnung kommt vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt, die Versorgung selbst liegt beim Handwerk.
Wie wird man Hörakustiker?
Über eine dreijährige duale Ausbildung, deren überbetrieblicher Teil bundesweit in einer zentralen Fachschule stattfindet. Das Hörakustikerhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und gehört zu den Gesundheitshandwerken; die Ausübungsberechtigung für erfahrene Gesellen nach § 7b der Handwerksordnung ist für diese Gewerke ausdrücklich ausgeschlossen, sodass ein eigener Betrieb den Meisterbrief verlangt. Der Meister ist zugleich fachliche Voraussetzung dafür, dass ein Betrieb Hörsysteme zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgeben darf. Weiterführend gibt es die Fachwirtausbildung, die Pädakustik für die Versorgung von Kindern und Studiengänge in Hörakustik und Audiologie.
Was der Beruf verlangt
Technisches Verständnis und Geduld mit Menschen, meistens älteren. Ein Hörsystem wird nicht verkauft, sondern über Wochen angepasst, und der Erfolg hängt daran, ob der Träger es tatsächlich benutzt; dafür braucht es Zuhören, Erklären und die Bereitschaft, eine Anpassung mehrfach zu ändern. Die Arbeit teilt sich zwischen Messkabine, Beratungsraum und Werkstatt, in der mit Abformmasse, Kunststoff, Fräse und Politur gearbeitet wird. Wirtschaftlich prägend ist die Kassenversorgung: Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt Hörsysteme als Hilfsmittel nach § 33 SGB V, Betriebe brauchen dafür Verträge mit den Kassen und einen Präqualifizierungsnachweis nach § 126 SGB V. Ein erheblicher Teil des Umsatzes entsteht darüber hinaus aus Eigenanteilen für höherwertige Geräte, weshalb Beratung und Verkauf untrennbar zum Beruf gehören. Hygiene im Gehörgang und Dokumentation sind Pflicht.
Aussichten
Kaum ein Handwerk hat eine so klare demografische Grundlage: Das Hörvermögen nimmt mit dem Alter ab, die Zahl der älteren Menschen wächst, und der Versorgungsgrad in Deutschland liegt noch deutlich unter dem medizinisch Sinnvollen. Entsprechend wachsen die Betriebe, und Fachkräfte werden gesucht. Der Markt wird von wenigen großen Ketten und Herstellern geprägt, die eigene Filialnetze betreiben und gezielt ausbilden; daneben halten sich inhabergeführte Fachbetriebe gut. Perspektiven bieten die Pädakustik, die Versorgung mit implantierbaren Systemen in Zusammenarbeit mit Kliniken, die Filialleitung und über den Meisterbrief die Selbständigkeit. Das Gehaltsniveau liegt über dem Durchschnitt des Handwerks, weil Provisionen einen festen Bestandteil bilden.
Aufgaben
- Hörvermögen mit Ton- und Sprachaudiometrie messen
- Gehörgang otoskopisch beurteilen und abformen
- Ohrpassstücke in der Werkstatt fertigen
- Hörsysteme auswählen und am Rechner feinanpassen
- Messungen am Trommelfell durchführen und auswerten
- Nachbetreuung, Reinigung und Reparatur übernehmen
- Gehörschutz für Beruf, Musik und Freizeit anfertigen
- Verordnungen und Kassenabrechnung bearbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Hörakustikerhandwerk
- Sicherheit in Audiometrie und Anpasssoftware
- Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit älteren Menschen
- Feinmotorik für Abformung und Werkstattarbeit
- Verständnis für Hilfsmittelrecht und Kassenabrechnung
- Bereitschaft zu Beratung mit Verkaufsanteil
Wo man arbeitet
- Hörakustik-Fachgeschäfte und Filialnetze
- Inhabergeführte Meisterbetriebe
- Kliniken und Praxen mit angeschlossener Versorgung
- Hersteller von Hörsystemen im technischen Dienst
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, der überbetriebliche Teil findet gebündelt in einer bundesweiten Fachschule statt. Das Hörakustikerhandwerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und zählt zu den Gesundheitshandwerken, für die die Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung nicht gilt; der eigene Betrieb verlangt daher den Meisterbrief. Aufbauend gibt es den Fachwirt, die Pädakustik sowie Studiengänge in Hörakustik und Audiologie.
Offene Stellen als Hörakustiker
In der Suche fortsetzenHörakustiker-Meister/in
Hörakustikermeister (m/w/d)
Hörakustiker (m/w/d)
Hörakustiker/in (m/w/d)
Hörakustiker - Hörgeräteakustiker / Hörberatung (m/w/d)
Verwandte Berufe
Augenoptiker
Augenoptiker bestimmen Sehstärken, beraten zur Brille und fertigen und reparieren Sehhilfen in der eigenen Werkstatt.
- Offene Stellen
- 93
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
Orthopädietechniker
Orthopädietechniker fertigen Prothesen, Orthesen und Bandagen, passen sie am Menschen an und begleiten die Versorgung über Jahre.
- Offene Stellen
- 16
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.300 €
Zahntechniker
Zahntechniker fertigen Kronen, Brücken, Prothesen und Schienen nach zahnärztlichem Auftrag und arbeiten dabei fast ausschließlich im Labor.
- Offene Stellen
- 43
- Monatsbrutto
- 2.400 – 5.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Heben und Tragen: was die Verordnung wirklich sagt Die Lastenhandhabungsverordnung enthält keine allgemeine Kilogrammgrenze. Wie stattdessen...
- Persönliche Schutzausrüstung: Pflichten und Kosten Schuhe, Helm, Handschuhe, Gehörschutz: Wer sie stellt, wer sie tragen muss und was passier...
- Das Anschreiben für den Betrieb, in dem der Chef selbst liest In kleinen Handwerksbetrieben liest keine Personalabteilung, sondern der Inhaber – abends,...