Zahntechniker
Zahntechniker fertigen Kronen, Brücken, Prothesen und Schienen nach zahnärztlichem Auftrag und arbeiten dabei fast ausschließlich im Labor.
43 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Zahntechniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.100 € | 5.000 € | 49.200 € |
Die Vergütung zahntechnischer Kassenleistungen ist über das bundeseinheitliche Leistungsverzeichnis gedeckelt, und dieser Höchstpreisrahmen wirkt auf die Löhne im Labor durch; das Gewerk zahlt deshalb eher unter dem Handwerksdurchschnitt. Tarifverträge bestehen regional mit schwacher Bindung. Praxislabore und Fertigungszentren zahlen häufig etwas besser als kleine gewerbliche Labore, und wer digitale Konstruktion oder Keramik auf hohem Niveau beherrscht, verhandelt spürbar über der Fläche.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Zahntechniker?
Er stellt Zahnersatz her, den ein Zahnarzt verordnet und einsetzt. Aus Abformung oder Intraoralscan entsteht ein Modell, darauf werden Kronen und Brücken modelliert, gegossen, gefräst oder gedruckt, mit Keramik verblendet und farblich an die Nachbarzähne angepasst. Dazu kommen Teil- und Vollprothesen, Modellguss, Implantatprothetik mit ihren Aufbauten, Schienen gegen Zähneknirschen, kieferorthopädische Geräte und Reparaturen, die oft am selben Tag fertig sein müssen. Die Arbeitsmittel haben sich stark verändert: Scanner, Konstruktionssoftware, Fräsmaschine und Drucker stehen heute neben Gipsmodell, Wachsmesser und Keramikofen, und viele Labore arbeiten in einer Mischung aus beidem. Anders als in den übrigen Gesundheitshandwerken ist der Kundenkontakt gering; der Auftraggeber ist die Zahnarztpraxis, und die fachliche Abstimmung läuft mit ihr.
Wie wird man Zahntechniker?
Über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Zahntechnikerhandwerk. Das Gewerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und gehört zu den Gesundheitshandwerken; für diese schließt § 7b der Handwerksordnung die Ausübungsberechtigung erfahrener Gesellen ausdrücklich aus, sodass ein eigenes Labor den Meisterbrief verlangt. Nach der Gesellenprüfung sind Spezialisierungen üblich, etwa in Keramik, Implantatprothetik, Kieferorthopädie oder in der digitalen Fertigung. Weiterführend gibt es den Zahntechnikermeister, den Betriebswirt des Handwerks und Studiengänge in Dentaltechnologie, die auch beruflich Qualifizierten offenstehen und in Entwicklung und Anwendungstechnik der Hersteller führen.
Was der Beruf verlangt
Präzision im Bereich von Hundertsteln und die Fähigkeit, lange konzentriert zu sitzen. Der Arbeitsplatz ist der Labortisch, die Belastung entsteht aus Zwangshaltung, Nahsicht und feiner Handarbeit; Rücken, Nacken und Augen sind die Punkte, an denen sich das über Jahre zeigt. Stäube beim Ausarbeiten von Kunststoff und Metall sowie Dämpfe beim Gießen und Löten werden abgesaugt, und die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt für solche Belastungen sowohl Erkrankungen durch Metalle als auch obstruktive Atemwegserkrankungen. Wirtschaftlich prägend ist die Preisbindung: Für zahntechnische Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung vereinbaren die Kassen mit den Innungsverbänden nach § 88 SGB V ein bundeseinheitliches Leistungsverzeichnis und Vergütungen, die als Höchstpreise gelten. Das begrenzt den Spielraum der Labore nach oben und macht Effizienz und Digitalisierung zur Überlebensfrage.
Aussichten
Der Beruf verändert sich schneller als die meisten Handwerke. Digitale Abformung, Konstruktion am Bildschirm und maschinelle Fertigung verschieben Arbeit von der Hand an den Rechner, und Fräszentren übernehmen Teile der Produktion für viele Labore gleichzeitig. Wer mit Konstruktionssoftware, Scanner und Fertigungsanlage sicher umgeht, wird gesucht; wer ausschließlich klassisch arbeitet, wird es schwerer haben. Zugleich bleibt die Keramikverblendung mit ihrer Farbgestaltung eine Kunst, die keine Maschine ersetzt, und hochwertige Einzelanfertigung findet weiterhin ihren Markt. Die nächsten Schritte führen in die Laborleitung, über den Meisterbrief in die Selbständigkeit, in die Anwendungstechnik der Dentalindustrie oder in die Schulung anderer Labore.
Aufgaben
- Modelle aus Abformungen und Scandaten herstellen
- Kronen und Brücken modellieren, gießen oder fräsen
- Keramik verblenden und Zahnfarben anpassen
- Teil- und Vollprothesen anfertigen und reparieren
- Implantatgetragenen Zahnersatz aufbauen
- Schienen und kieferorthopädische Geräte fertigen
- Konstruktionssoftware und Fertigungsanlagen bedienen
- Aufträge dokumentieren und nach Leistungsverzeichnis abrechnen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Zahntechnikerhandwerk
- Ausgeprägte Feinmotorik und Formgefühl
- Gutes Farbsehen für die Verblendung
- Sicherer Umgang mit digitaler Konstruktion und Fertigung
- Konzentrationsfähigkeit bei langer Sitztätigkeit
- Sorgfalt bei Dokumentation und Medizinprodukterecht
Wo man arbeitet
- Gewerbliche Dentallabore
- Praxislabore in Zahnarztpraxen
- Fräs- und Fertigungszentren
- Dentalindustrie in Entwicklung und Anwendungstechnik
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung im Zahntechnikerhandwerk dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Das Gewerk steht in der Anlage A der Handwerksordnung und zählt zu den Gesundheitshandwerken, für die § 7b der Handwerksordnung die Ausübungsberechtigung erfahrener Gesellen ausschließt; ein eigenes Labor verlangt daher den Meisterbrief. Aufbauend gibt es den Zahntechnikermeister, den Betriebswirt des Handwerks und Studiengänge der Dentaltechnologie.
Offene Stellen als Zahntechniker
In der Suche fortsetzenZahntechnikerin oder Zahntechniker (m/w/d) im Bereich Analoge- und Digitale Zahntechnik
Zahntechniker*in (m/w/d) für Kunststoff in Voll-o. Teilzeit
Zahntechniker/in (m/w/d)
Zahntechniker/in (m/w/d)
Zahntechniker/in (m/w/d)
Zahntechniker / Feinmechaniker(m/w/d) – Präzisionsbearbeitung, Bauteile und Metallformen
Verwandte Berufe
Augenoptiker
Augenoptiker bestimmen Sehstärken, beraten zur Brille und fertigen und reparieren Sehhilfen in der eigenen Werkstatt.
- Offene Stellen
- 93
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
Feinwerkmechaniker
Feinwerkmechaniker fertigen und montieren Präzisionsbauteile, Maschinen und Werkzeuge; der Beruf ist das handwerkliche Gegenstück zu den industriellen Metallberufen.
- Offene Stellen
- 18
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.100 €
Hörakustiker
Hörakustiker messen das Hörvermögen, passen Hörsysteme individuell an und betreuen ihre Kundschaft über die gesamte Tragedauer.
- Offene Stellen
- 32
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.900 €
Orthopädietechniker
Orthopädietechniker fertigen Prothesen, Orthesen und Bandagen, passen sie am Menschen an und begleiten die Versorgung über Jahre.
- Offene Stellen
- 16
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.300 €
Passend dazu im Ratgeber
- Heben und Tragen: was die Verordnung wirklich sagt Die Lastenhandhabungsverordnung enthält keine allgemeine Kilogrammgrenze. Wie stattdessen...
- Persönliche Schutzausrüstung: Pflichten und Kosten Schuhe, Helm, Handschuhe, Gehörschutz: Wer sie stellt, wer sie tragen muss und was passier...
- Das Anschreiben für den Betrieb, in dem der Chef selbst liest In kleinen Handwerksbetrieben liest keine Personalabteilung, sondern der Inhaber – abends,...