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Metall- & Industriemechanik

Feinwerkmechaniker

Feinwerkmechaniker fertigen und montieren Präzisionsbauteile, Maschinen und Werkzeuge; der Beruf ist das handwerkliche Gegenstück zu den industriellen Metallberufen.

18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Feinwerkmechaniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.100 € 52.800 €

Der Beruf wird sowohl im Handwerk als auch in der Industrie ausgeübt, und genau das erzeugt die Spanne: In einem tarifgebundenen Industriebetrieb liegt das Entgelt deutlich über dem einer kleinen feinwerkmechanischen Werkstatt ohne Tarifbindung. Der Schwerpunkt wirkt ebenfalls, weil Medizintechnik und Messtechnik besser zahlen als allgemeine Lohnfertigung. Überstunden entstehen projektbezogen vor Auslieferungen, Schichtzuschläge eher selten. Angegeben ist das Grundgehalt ohne Zuschläge und Sonderzahlungen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Feinwerkmechaniker?

Er ist der Allrounder unter den Metallberufen und zugleich der genaueste. Während die industriellen Metallberufe die Arbeit aufteilen, deckt er mehrere Felder zugleich ab: Nach § 3 der Feinwerkmechanikerausbildungsverordnung gliedert sich die Ausbildung in gemeinsame Inhalte und einen der Schwerpunkte Maschinenbau, Feinmechanik, Werkzeugbau oder Zerspanungstechnik. Damit verschiebt der Schwerpunkt den Beruf ausdrücklich in die Nähe der Nachbarberufe, ohne dass er in ihnen aufgeht. Der Unterschied zum Zerspanungsmechaniker liegt darin, dass hier nicht nur gefertigt, sondern auch konstruiert, montiert, eingestellt und instand gesetzt wird; der Unterschied zum Industriemechaniker darin, dass die Genauigkeit im Vordergrund steht und die Stückzahlen klein sind.

Der Alltag hängt am Schwerpunkt und stärker noch am Betrieb. Im Maschinenbau entstehen Sondermaschinen und Baugruppen vom Einzelteil bis zur Inbetriebnahme. In der Feinmechanik geht es um kleine, hochgenaue Teile für Messtechnik, Optik oder Medizintechnik, gefertigt in Einzelstücken und von Hand nachgearbeitet. Der Werkzeugbau liefert Vorrichtungen und Werkzeuge, die Zerspanungstechnik arbeitet an Dreh- und Fräsmaschinen mit numerischer Steuerung. Quer durch alle Schwerpunkte laufen dieselben Tätigkeiten: Zeichnung lesen, Fertigungsweg festlegen, spanen, fügen, montieren, messen, einstellen, prüfen. Viele Betriebe sind klein, weshalb eine Fachkraft das Teil oft vom Rohling bis zur Abnahme begleitet.

Wie wird man Feinwerkmechaniker?

Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Feinwerkmechanikerausbildungsverordnung dreieinhalb Jahre dauert. Der Beruf ist nach § 25 der Handwerksordnung für das gleichnamige Gewerbe der Anlage A anerkannt und wird mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer abgeschlossen; in Industriebetrieben wird derselbe Beruf mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ausgebildet. Weiterführend sind der Meister im Feinwerkmechaniker-Handwerk, für den seit 2025 eine neue Meisterprüfungsverordnung für die Teile I und II gilt, der staatlich geprüfte Techniker der Maschinentechnik sowie ein Studium des Maschinenbaus oder der Feinwerktechnik.

Was der Beruf verlangt

Das Gewerbe Feinwerkmechaniker steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig. Wer sich selbständig macht, muss nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung in der Handwerksrolle eingetragen sein, also den Meisterbrief besitzen oder eine Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung nachweisen, die sechs Jahre Tätigkeit im Gewerbe verlangt, davon vier in leitender Stellung. Fachlich verlangt der Beruf Genauigkeit über lange Strecken und die Bereitschaft, ein Teil zu verwerfen, wenn es an einer Stelle nicht stimmt. Weil viele Betriebe im Sondermaschinenbau arbeiten, kommt die Fähigkeit hinzu, ohne fertige Anleitung auszukommen.

Aussichten

Die Breite des Berufs ist sein Vorteil auf dem Arbeitsmarkt: Feinwerkmechaniker finden Stellen im Maschinenbau, in der Medizintechnik, in der Messtechnik, im Werkzeugbau und in der Instandhaltung, und ein Wechsel zwischen diesen Feldern ist möglich. Sondermaschinenbau und Kleinserienfertigung lassen sich schlecht verlagern, weil sie von kurzen Wegen zwischen Konstruktion und Werkstatt leben. Der Meisterbrief führt in die Selbständigkeit oder in die Werkstattleitung, der Techniker in Konstruktion und Arbeitsvorbereitung.

Aufgaben

  • Präzisionsbauteile nach Zeichnung fertigen
  • Bauteile drehen, fräsen, schleifen und von Hand nacharbeiten
  • Baugruppen und Maschinen montieren und einstellen
  • Vorrichtungen und Werkzeuge anfertigen
  • Maschinen in Betrieb nehmen und übergeben
  • Geräte und Maschinen instand setzen
  • Maße mit feinen Messmitteln prüfen und dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Feinwerkmechaniker
  • Sicheres Lesen von Zeichnungen und engen Toleranzen
  • Handwerkliches Geschick für Passarbeit
  • Kenntnisse in Zerspanung und Messtechnik
  • Selbständiges Arbeiten in Einzel- und Kleinserienfertigung
  • Sorgfalt und Ausdauer

Wo man arbeitet

  • Feinwerkmechanische Betriebe und Lohnfertiger
  • Sondermaschinen- und Vorrichtungsbau
  • Medizintechnik und Messtechnik
  • Werkzeug- und Formenbau
  • Forschungseinrichtungen mit eigener Werkstatt

Der Weg in den Beruf

Duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren nach § 2 der Feinwerkmechanikerausbildungsverordnung, anerkannt nach § 25 der Handwerksordnung für das gleichnamige Gewerbe der Anlage A. Die Ausbildung gliedert sich nach § 3 in gemeinsame Inhalte und einen der Schwerpunkte Maschinenbau, Feinmechanik, Werkzeugbau oder Zerspanungstechnik. Abgeschlossen wird mit der Gesellen- oder Abschlussprüfung. Aufbauend folgen der Meister im Feinwerkmechaniker-Handwerk, der staatlich geprüfte Techniker der Maschinentechnik und ein Studium.

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