Werkzeugmechaniker
Werkzeugmechaniker fertigen Formen, Stanzwerkzeuge und Vorrichtungen, mit denen andere Betriebe ihre Teile herstellen, und halten diese Werkzeuge instand.
46 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Werkzeugmechaniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.400 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.700 € | 5.400 € | 56.400 € |
Werkzeugbau wird besser bezahlt als einfache Serienfertigung, weil die Einarbeitung lang und der Ersatz schwer ist. Innerhalb der Spanne entscheiden die Tarifbindung, die Branche und die Betriebsgröße: Automobilzulieferer und Kunststoffverarbeiter mit Flächentarif liegen über kleinen Formenbauern, und Betriebe mit Erprobung und Kundendienst zahlen für Reisebereitschaft zusätzlich. Schichtzuschläge fallen seltener an als in der Serienfertigung, dafür häufiger Überstunden vor einem Serienanlauf. Angegeben ist das Grundentgelt ohne Zuschläge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Werkzeugmechaniker?
Er baut das Werkzeug, nicht das Produkt. Darin liegt der Unterschied zu den drei anderen industriellen Metallberufen: Der Industriemechaniker hält Anlagen betriebsfähig, der Zerspanungsmechaniker fertigt Teile durch Spanabnahme, der Konstruktionsmechaniker fügt Bleche und Profile zu Konstruktionen. Das Werkzeug dagegen ist ein Einzelstück, das anschließend Tausende gleiche Teile hervorbringt, und jede Ungenauigkeit darin vervielfältigt sich. Die Verordnung über die industriellen Metallberufe beschreibt die Fachqualifikationen in § 19 als Anfertigen von Bauteilen mit unterschiedlichen Bearbeitungsverfahren, Montage und Demontage, Erprobung und Übergabe, Instandhaltung von Bauteilen und Baugruppen, Programmieren von Maschinen und Anlagen sowie Prüfen. Die Einsatzgebiete lauten Formentechnik, Instrumententechnik, Stanztechnik und Vorrichtungstechnik.
In der Formentechnik entstehen Spritzgieß- und Druckgussformen mit Kühlkanälen, Auswerfern und Schiebern; in der Stanztechnik Folgeverbundwerkzeuge, die ein Blechband Schritt für Schritt zu einem fertigen Teil umformen. Die Vorrichtungstechnik liefert Spann- und Prüfvorrichtungen für die Fertigung, die Instrumententechnik feinmechanische Baugruppen. Die Arbeitsschritte reichen vom Fräsen und Drehen über Erodieren und Schleifen bis zum Passen von Hand, denn viele Flächen werden erst beim Tuschieren wirklich fertig. Nach der Montage folgt die Erprobung: Das Werkzeug läuft an der Presse oder Maschine, das erste Teil wird vermessen, und daraus ergeben sich Korrekturen am Werkzeug. Später kommt die Instandhaltung hinzu, weil Schneiden stumpf und Formflächen blank werden.
Wie wird man Werkzeugmechaniker?
Über die dreieinhalbjährige duale Ausbildung, die § 2 der Verordnung über die industriellen Metallberufe regelt. Nach einundzwanzig Monaten gemeinsamer Kernqualifikationen folgen die Fachqualifikationen und die Vertiefung in einem Einsatzgebiet. Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer besteht aus zwei Teilen. Aufbauend führen der Industriemeister Metall, der staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik und ein Studium der Fertigungstechnik weiter. Im Handwerk gibt es mit dem Präzisionswerkzeugmechaniker ein eigenes, in der Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung geführtes Gewerbe.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannt und steht nicht in der Anlage A der Handwerksordnung; für eine Selbständigkeit im Werkzeugbau besteht daher keine Meisterpflicht. Verlangt wird dafür Geduld in einer Form, die in der Serienfertigung niemand braucht: An einem Werkzeug wird über Wochen gearbeitet, und der Fehler zeigt sich erst bei der Erprobung. Dazu gehören ein Gefühl für Passungen, Erfahrung mit Werkstoffen und Wärmebehandlung sowie die Fähigkeit, den späteren Prozess mitzudenken, denn das Werkzeug muss nicht nur stimmen, sondern auch standhalten und sich reparieren lassen.
Aussichten
Der Werkzeugbau steht unter Druck durch Verlagerung ins Ausland, gleichzeitig bleibt er die Voraussetzung jeder Serienfertigung im Inland. Gefragt sind Fachkräfte, die klassisches Handwerk mit moderner Bearbeitung verbinden, also Tuschieren ebenso beherrschen wie Fräsprogrammierung, Erodieren und Messtechnik. Additive Verfahren für konturnahe Kühlung und der wachsende Anteil an Instandhaltung und Optimierung bestehender Werkzeuge schaffen neue Aufgaben. Wege nach vorn führen in die Konstruktion, die Arbeitsvorbereitung, die Erprobung beim Kunden und in die Werkstattleitung.
Aufgaben
- Formen, Stanzwerkzeuge und Vorrichtungen fertigen
- Bauteile fräsen, drehen, erodieren und schleifen
- Passflächen von Hand tuschieren und einpassen
- Werkzeuge montieren, erproben und übergeben
- Maschinen und Bearbeitungszentren programmieren
- Werkzeuge instand setzen und optimieren
- Maße und Funktionen prüfen und dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Werkzeugmechaniker
- Sicheres Lesen von Zeichnungen, Passungen und Toleranzen
- Erfahrung mit Erodieren, Schleifen und Fräsprogrammierung
- Geduld und Genauigkeit bei Einzelstücken
- Kenntnisse in Werkstoffkunde und Wärmebehandlung
- Verständnis für den späteren Fertigungsprozess
Wo man arbeitet
- Werkzeug- und Formenbaubetriebe
- Kunststoffverarbeitende Industrie
- Stanz- und Umformbetriebe
- Automobilzulieferer
- Medizintechnik und Elektroindustrie
Der Weg in den Beruf
Duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen. Auf einundzwanzig Monate gemeinsamer Kernqualifikationen folgen die Fachqualifikationen nach § 19 und die Vertiefung in einem Einsatzgebiet wie Formentechnik, Stanztechnik, Vorrichtungstechnik oder Instrumententechnik. Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer besteht aus zwei Teilen. Aufbauend folgen der Industriemeister Metall, der staatlich geprüfte Techniker der Maschinentechnik und ein Studium der Fertigungstechnik.
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