Zum Inhalt springen

Sanitär, Heizung & Klima

Mechatroniker für Kältetechnik

Mechatroniker für Kältetechnik errichten und warten Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen; das zugehörige Handwerk heißt weiterhin Kälteanlagenbauer.

104 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Mechatroniker für Kältetechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.900 € 4.400 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.700 € 5.400 € 56.400 €

Das Niveau liegt über dem der benachbarten Gebäudetechnikberufe, weil die Sachkunde gesetzlich verlangt wird und die Zahl der Fachkräfte klein ist. Innerhalb der Spanne entscheiden Branche und Einsatzart: Industrie- und Rechenzentrumskälte zahlt über dem Ladenbau, und Betriebe mit weiträumigem Servicegebiet zahlen Reisezeit und Auslöse zusätzlich. Rufbereitschaft und Notdienst sind in diesem Gewerk die Regel und schlagen im Monat deutlich zu Buche. Die Werte beschreiben das Grundgehalt ohne diese Zuschläge.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mechatroniker für Kältetechnik?

Er baut und betreut Anlagen, die Wärme dorthin bringen, wo sie nicht stört. Das reicht von der Kühlzelle des Metzgers über die Kühlmöbel eines Supermarkts und die Klimatisierung von Rechenzentren und Operationssälen bis zur Prozesskälte in der Industrie und zu Wärmepumpen, die technisch dieselbe Maschine sind, nur andersherum betrachtet. Die amtliche Bezeichnung des Ausbildungsberufs lautet seit der geltenden Verordnung Mechatroniker für Kältetechnik; das Gewerbe der Anlage A der Handwerksordnung heißt dagegen weiterhin Kälteanlagenbauer, weshalb beide Wörter in Anzeigen nebeneinander vorkommen und dieselbe Fachkraft meinen.

Die Arbeit verbindet drei Handwerke. Mechanisch werden Rohrleitungen gebogen, gelötet und geschweißt, Verdichter, Verflüssiger und Verdampfer gesetzt, Gestelle und Kanäle montiert. Elektrisch kommen Verdrahtung, Schaltschrank und Sicherheitskette hinzu. Regelungstechnisch geht es um Fühler, Regler, Einstellung der Überhitzung und die Auswertung von Betriebsdaten. Hinzu tritt ein Teil, der diesen Beruf von allen Nachbarberufen trennt: der fachgerechte Umgang mit Kältemitteln, also Evakuieren, Füllen, Dichtheitsprüfung, Rückgewinnung und Dokumentation. Wer an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen arbeitet, braucht dafür einen Sachkundenachweis nach den europäischen Vorgaben. Der Wechsel zu natürlichen Kältemitteln wie Propan, Ammoniak und Kohlendioxid bringt zusätzliche Anforderungen an Brand- und Explosionsschutz.

Wie wird man Mechatroniker für Kältetechnik?

Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der zugehörigen Verordnung dreieinhalb Jahre dauert. Der Beruf ist zugleich nach dem Berufsbildungsgesetz und nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Kälteanlagenbauer anerkannt. Während der Ausbildung oder kurz danach wird der Sachkundenachweis für Tätigkeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen erworben, ohne den sich der Beruf praktisch nicht ausüben lässt. Weiter führen der Meister im Kälteanlagenbauer-Handwerk, der staatlich geprüfte Techniker der Kälte- und Klimatechnik sowie Herstellerlehrgänge für Regelungen und für Anlagen mit natürlichen Kältemitteln.

Was der Beruf verlangt

Das Gewerbe steht in der Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig; wer selbständig eine Kälteanlagenbaufirma führt, muss nach § 1 Absatz 1 der Handwerksordnung in der Handwerksrolle eingetragen sein, also den Meisterbrief besitzen oder eine Ausübungsberechtigung nach § 7b der Handwerksordnung haben. Fachlich verlangt der Beruf ein Verständnis für Thermodynamik, das über das Nachvollziehen von Schaltplänen hinausgeht, und eine Genauigkeit, die keinen guten Tag braucht: Eine undichte Verbindung bleibt zunächst unbemerkt und zeigt sich erst, wenn das Kältemittel entwichen ist. Dazu kommen Arbeiten auf Dächern, in Technikzentralen und in Kühlräumen sowie Störungsdienste, weil ein Ausfall verderbliche Ware oder einen Produktionsstillstand bedeutet.

Aussichten

Die Nachfrage wächst aus zwei Richtungen zugleich. Wärmere Sommer und die Klimatisierung von Gebäuden und Rechenzentren erhöhen den Bestand an Anlagen, und der schrittweise Ausstieg aus fluorierten Kältemitteln zwingt zum Umbau des vorhandenen Bestands auf natürliche Stoffe. Beides ist Arbeit, die niemand ohne Sachkunde übernehmen darf, und die Zahl der Betriebe ist klein. Fachkräfte mit Erfahrung an Ammoniak, Kohlendioxid oder Propan sind entsprechend gesucht; ebenso Monteure, die eine Anlage nicht nur bauen, sondern auch einregeln und deren Betriebsdaten lesen können.

Aufgaben

  • Kälte- und Klimaanlagen montieren und anschließen
  • Rohrleitungen biegen, löten und auf Dichtheit prüfen
  • Anlagen evakuieren, befüllen und in Betrieb nehmen
  • Regelung einstellen und Betriebsdaten auswerten
  • Wartungen und Dichtheitskontrollen durchführen
  • Störungen suchen und Anlagen wieder anfahren
  • Kältemittel zurückgewinnen und dokumentieren
  • Bestandsanlagen auf natürliche Kältemittel umrüsten

Voraussetzungen

  • Abschluss als Mechatroniker für Kältetechnik oder als Kälteanlagenbauer
  • Sachkundenachweis für Tätigkeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
  • Verständnis für Thermodynamik, Elektrotechnik und Regelung
  • Sorgfalt beim Löten und bei der Dichtheitsprüfung
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zum Störungsdienst
  • Schwindelfreiheit für Arbeiten auf Dächern

Wo man arbeitet

  • Kälte- und Klimafachbetriebe
  • Lebensmittelhandel und Lebensmittelindustrie
  • Rechenzentren und Krankenhäuser
  • Industriebetriebe mit Prozesskälte
  • Hersteller von Kälteanlagen und deren Kundendienst

Der Weg in den Beruf

Duale Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik, die nach § 2 der zugehörigen Verordnung dreieinhalb Jahre dauert und sowohl nach dem Berufsbildungsgesetz als auch nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Kälteanlagenbauer anerkannt ist. Ergänzend wird der Sachkundenachweis für Arbeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen erworben. Weiterführend sind der Meister im Kälteanlagenbauer-Handwerk, der staatlich geprüfte Techniker der Kälte- und Klimatechnik sowie Lehrgänge für natürliche Kältemittel.

Offene Stellen als Mechatroniker für Kältetechnik

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Anlagenmechaniker SHK

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bauen, warten und modernisieren Heizungen, Bäder und Lüftungsanlagen; der Beruf löste die früheren Installateurberufe ab.

Offene Stellen
788
Monatsbrutto
2.700 – 5.000 €

Elektroniker

Elektroniker planen, errichten, prüfen und instand halten elektrische Anlagen; hinter der Bezeichnung stehen mehrere amtlich getrennte Ausbildungsberufe mit sehr unterschiedlichen Arbeitsfeldern.

Offene Stellen
1.542
Monatsbrutto
2.800 – 5.300 €

Mechatroniker

Mechatroniker bauen und betreuen Anlagen, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerung zusammenwirken; der Beruf ist von der Fahrzeugvariante klar zu trennen.

Offene Stellen
294
Monatsbrutto
3.000 – 5.800 €

Diese Seite setzt nur die Cookies, die für den Betrieb nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.