Verkäufer im Lebensmittelhandwerk
Verkäufer im Lebensmittelhandwerk bedienen und beraten an der Theke von Bäckerei, Konditorei und Metzgerei; der amtliche Ausbildungsberuf heißt Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk.
103 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer im Lebensmittelhandwerk verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.300 € | 2.500 € | 27.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € |
Das Niveau gehört zu den niedrigsten im Handwerk, weil viele Stellen in Teilzeit besetzt und angelernte Kräfte eingesetzt werden. Tarifverträge bestehen regional für Bäcker- und Fleischerhandwerk, die Bindung kleinerer Betriebe ist gering, Filialisten zahlen meist nach eigenen Haustarifen. Zuschläge für frühen Dienstbeginn, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Umsatzprämien kommen hinzu und heben den Monatsbetrag spürbar an. Wer eine Filiale führt, Personal einteilt und den Partyservice verantwortet, liegt deutlich über der Mitte.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer im Lebensmittelhandwerk?
Er verkauft, was nebenan hergestellt wird, und daraus ergibt sich alles Weitere. Amtlich heißt der Beruf Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, und § 4 der zugehörigen Ausbildungsverordnung gliedert ihn in die Schwerpunkte Bäckerei, Konditorei und Fleischerei. Das sei offen gesagt: Es ist ein Verkaufsberuf im Handwerk und kein Handwerksberuf im engeren Sinn. Wer diese Ausbildung abschließt, führt weder Teige noch zerlegt er Schlachthälften, kennt aber beides genau genug, um es zu erklären, zu empfehlen und dafür geradezustehen.
Der Tag beginnt vor dem ersten Kunden. Die Ware kommt aus Backstube oder Wurstküche, wird auf Temperatur, Aussehen und Menge geprüft, in die Auslage gebracht und über den ganzen Tag nachgesteuert, damit die Theke mittags nicht leer und abends nicht überfüllt ist. Dazwischen liegt die eigentliche Arbeit: aufschneiden, abwiegen, portionieren, verpacken, kassieren, belegte Brötchen und warme Kleinigkeiten herstellen, Platten und Salate anrichten, Bestellungen für Feiern aufnehmen und Reklamationen auffangen. Das Herstellen von Gerichten führt § 5 der Verordnung ausdrücklich als Ausbildungsinhalt, weil Imbiss und Mittagstisch in vielen Betrieben die zweite Umsatzsäule tragen.
Vom Kaufmann im Einzelhandel unterscheidet den Beruf dreierlei. Erstens die Warenkunde: Wer offene Lebensmittel verkauft, muss Mehltypen, Teigführung, Reifegrade, Fleischteile, Zusatzstoffe und Allergene aus dem Stand benennen können, denn es gibt keine Packung, die das nachliest. Zweitens die Hygiene: Unverpackte Ware verlangt geschlossene Kühlkette, Temperaturaufzeichnung, saubere Trennung von Rohem und Fertigem und die Belehrung nach § 43 des Infektionsschutzgesetzes, ohne die niemand an die Theke darf. Drittens die Uhrzeit: Der Verkauf beginnt, wenn die Produktion fertig ist, also früh am Morgen, und der Samstag ist der wichtigste Tag der Woche.
Wie wird man Verkäufer im Lebensmittelhandwerk?
Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk drei Jahre dauert; der Schwerpunkt wird mit dem Ausbildungsbetrieb festgelegt. Der Quereinstieg ist in kaum einem anderen Feld so verbreitet, weil viele Betriebe angelernte Kräfte an der Theke beschäftigen und die Ausbildung später nachholen lassen. Weiter führt die Fortbildung zum geprüften Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk, daneben stehen Filial- und Bezirksleitung sowie der Weg in die Betriebswirtschaft des Handwerks offen.
Was der Beruf verlangt
Vor allem Verlässlichkeit zu Zeiten, zu denen andere schlafen. Der Dienst beginnt häufig vor dem Morgengrauen, geteilte Schichten kommen vor, gestanden wird die gesamte Arbeitszeit, und der Wechsel zwischen warmem Verkaufsraum und gekühlter Theke belastet. Dazu kommt die Anforderung, die niemand in der Verordnung findet: gleichbleibende Freundlichkeit in der Stoßzeit, wenn zehn Leute warten und der elfte eine ausführliche Beratung möchte. Sorgfalt bei Kasse, Abrechnung und Kennzeichnung gehört ebenso dazu wie die Bereitschaft, am Samstag und vor Feiertagen zu arbeiten.
Aussichten
Der Bedarf ist groß und beständig, weil jede Filiale Thekenpersonal braucht und die Fluktuation hoch ist. Das drückt die Einstiegshürde und hält zugleich die Bezahlung im unteren Bereich des Handwerks. Wer sich abheben will, setzt auf Schwerpunktwissen, Ernährungsberatung, Partyservice und Filialführung; gerade kleinere Betriebe suchen dringend Leute, die eine Theke eigenständig führen und anlernen können. Filialisierung und Backautomaten verändern das Feld, ersetzen aber nicht die Beratung an der offenen Ware.
Aufgaben
- Waren aus der Produktion übernehmen und prüfen
- Theke bestücken, nachfüllen und ansprechend gestalten
- Kunden zu Sorten, Zutaten und Allergenen beraten
- Aufschneiden, portionieren, abwiegen und verpacken
- Belegte Backwaren, Salate und Platten herstellen
- Bestellungen für Feiern und Partyservice aufnehmen
- Kühlkette und Temperaturen überwachen und dokumentieren
- Kasse führen, abrechnen und Warenbestand melden
Voraussetzungen
- Ausbildung als Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk oder gleichwertige Erfahrung
- Kenntnis der Waren des jeweiligen Schwerpunkts
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz und Hygienebewusstsein
- Freundlichkeit und Ruhe in der Stoßzeit
- Bereitschaft zu frühem Dienstbeginn und Samstagsarbeit
- Sorgfalt bei Kennzeichnung, Kasse und Abrechnung
Wo man arbeitet
- Bäckereien und Backwarenfilialen
- Konditoreien und Cafés
- Metzgereien und Fleischerfachgeschäfte
- Markt- und Verkaufsstände des Lebensmittelhandwerks
- Imbiss- und Mittagstischbetriebe im Handwerk
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung dauert nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk drei Jahre und wird nach § 4 der Verordnung in einem der Schwerpunkte Bäckerei, Konditorei oder Fleischerei abgeschlossen. Zuständig für die Prüfung ist im Regelfall die Handwerkskammer, weil ausgebildet wird, wo produziert wird. Ein eigenes Gewerbe der Anlage A gibt es für den Verkauf nicht; die Zulassungspflicht betrifft den herstellenden Betrieb. Weiterführend sind die Fortbildung zum geprüften Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk, die Filialleitung und der Betriebswirt des Handwerks.
Offene Stellen als Verkäufer im Lebensmittelhandwerk
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