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Weitere Handwerksberufe

Uhrmacher

Uhrmacher warten, regulieren und restaurieren mechanische und elektronische Uhren; das Gewerbe ist seit der Reform der Handwerksordnung zulassungsfrei.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Uhrmacher verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.700 € 45.600 €

Die Spanne hängt stärker vom Arbeitgeber ab als von der Erfahrung. Servicezentren der Hersteller und größere Fachgeschäfte zahlen deutlich über kleinen Werkstätten, und wer für eine Marke zertifiziert ist, verhandelt aus einer besseren Lage. Tarifbindung ist praktisch nicht vorhanden. In Verkaufsbetrieben kommen Provisionen hinzu, in der Restaurierung wird häufig nach Auftrag und Stunde abgerechnet. Angegeben ist das Grundgehalt ohne solche Bestandteile.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Uhrmacher?

Er hält Uhren am Laufen, und das bedeutet fast immer Instandsetzung und nur selten Neubau. Den größten Teil der Arbeit macht die Revision aus: Werk ausschalen, zerlegen, jedes Teil reinigen, Verschleiß an Zapfen, Lagersteinen und Zahnflanken beurteilen, Federhaus und Aufzug prüfen, wieder zusammensetzen, an den richtigen Stellen ölen und fetten, Unruh und Hemmung einstellen und den Gang in mehreren Lagen über Tage kontrollieren. Dazu kommen der Austausch beschädigter Teile, das Anfertigen kleiner Teile, wenn es keinen Ersatz mehr gibt, Gehäuse- und Glasarbeiten, Dichtungswechsel mit anschließender Dichtheitsprüfung, Arbeiten an Quarzwerken und Batteriewechsel, das Anpassen von Bändern sowie die Beratung im Verkauf. Neben der Armbanduhr stehen Großuhren, Wanduhren und historische Werke, deren Instandsetzung in die Nähe der Restaurierung führt.

Die Bezeichnung kommt in diesem Bestand nur selten vor, und das sollte niemanden täuschen: Der Beruf ist klein, aber lebendig. Stellen werden häufig unter anderen Wörtern ausgeschrieben, etwa als Serviceuhrmacher, als Werkstattmitarbeiter im Juweliergeschäft, als Mitarbeiter im technischen Kundendienst eines Herstellers oder gemeinsam mit dem Goldschmied. Wer sucht, sollte diese Titel und die Juwelier- und Optikerbranche einbeziehen, statt nur auf das eine Wort zu achten.

Ungewöhnlich ist die rechtliche Lage. Der Ausbildungsberuf wurde nach § 25 der Handwerksordnung für das Gewerbe Uhrmacher anerkannt, das damals in der Anlage A stand; heute führt die Handwerksordnung den Uhrmacher in der Anlage B Abschnitt 1, also unter den zulassungsfreien Handwerken. Ein eigener Betrieb verlangt deshalb keinen Meisterbrief mehr. Die Meisterprüfung gibt es weiterhin, sie ist freiwillig geworden und im Markt trotzdem ein starkes Zeichen, weil Hersteller und Kunden nach einem Nachweis suchen, den nicht jeder führen kann.

Wie wird man Uhrmacher?

Über eine duale Ausbildung, die nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Uhrmacher drei Jahre dauert, oder über eine der wenigen Fachschulen, die den Beruf vollzeitschulisch vermitteln. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist klein, die Betriebe sind es ebenfalls, und der Zugang führt oft über ein Praktikum. Danach prägen Herstellerlehrgänge den Werdegang, weil die Marken ihre Servicearbeit an geschulte und zertifizierte Werkstätten binden. Aufbauend stehen der Uhrmachermeister und die Spezialisierung auf Restaurierung historischer Werke offen.

Was der Beruf verlangt

Ruhe, Geduld und ein gutes Nahsehen. Gearbeitet wird sitzend, über Stunden an derselben Stelle, mit Lupe oder Mikroskop, an Teilen von einem Zehntelmillimeter, in staubarmer Umgebung und mit Werkzeugen, die zum Teil selbst hergestellt und nachgearbeitet werden. Wer unruhige Hände hat oder Ergebnisse schnell sehen will, wird hier nicht glücklich. Dazu kommt Verantwortung für fremde Werte, weil Einzelstücke in die Werkstatt kommen, deren Ersatz es nicht gibt.

Aussichten

Der Beruf ist selten, und genau darin liegt seine Sicherheit. Mechanische Uhren werden weiter gekauft und müssen in Abständen von einigen Jahren gewartet werden, während die Zahl der Fachkräfte seit Jahrzehnten sinkt; Hersteller und größere Servicewerkstätten suchen deshalb beständig. Wer eine zertifizierte Servicequalifikation hat oder Restaurierung beherrscht, findet Arbeit ohne Mühe. Die Selbständigkeit ist seit der Aufhebung der Zulassungspflicht leichter geworden, verlangt aber Kundschaft, Ruf und Ausstattung, die sich erst über Jahre aufbauen.

Aufgaben

  • Mechanische Werke zerlegen, reinigen und wieder aufbauen
  • Verschleiß beurteilen und Teile austauschen oder anfertigen
  • Gang in mehreren Lagen messen und regulieren
  • Gehäuse, Gläser und Dichtungen instand setzen und prüfen
  • Quarzwerke instand setzen und Batterien wechseln
  • Großuhren und historische Werke restaurieren
  • Bänder anpassen und Kundenaufträge aufnehmen
  • Kunden zu Pflege, Wartung und Reparaturaufwand beraten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Uhrmacher
  • Sehr gutes Nahsehen und ruhige Hand
  • Feinmotorik und Geduld für lange gleichbleibende Arbeit
  • Kenntnis mechanischer und elektronischer Werke
  • Sorgfalt im Umgang mit fremden Wertstücken
  • Bereitschaft zu Herstellerlehrgängen

Wo man arbeitet

  • Uhrmacherwerkstätten und Juweliergeschäfte
  • Servicezentren der Uhrenhersteller
  • Fachhandel für Uhren und Schmuck
  • Museen und Restaurierungswerkstätten
  • Betriebe für Großuhren und Turmuhren

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung dauert nach § 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Uhrmacher drei Jahre; daneben gibt es wenige Fachschulen mit vollzeitschulischer Ausbildung. § 1 der Verordnung erkennt den Beruf nach § 25 der Handwerksordnung und nach dem Berufsbildungsgesetz an und nennt dabei noch die Anlage A, weil die Verordnung älter ist als die heutige Fassung. Inzwischen steht der Uhrmacher in der Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung und ist damit zulassungsfrei; der Meisterbrief ist freiwillig und bleibt prüfbar. Herstellerlehrgänge und die Restaurierung historischer Werke führen weiter.

Offene Stellen als Uhrmacher

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